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Sania Rehman ist Schulsprecherin und Streitschlichterin - bei einem Notenschnitt von 1,3.
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Sania Rehman ist Schulsprecherin und Streitschlichterin - bei einem Notenschnitt von 1,3.

Hertie-Stiftung

Dem Land etwas zurückgeben

15-Jährige Migrantin macht bei der Schülerzeitung der Anne-Frank-Schule mit, ist Schulsprecherin, Klassenpatin und Streitschlichterin. Nebenbei führt sie auch noch das Klassenbuch. Dafür bekommt sie ein Stipendium.

Ich mache das, weil ich weiß, dass solche Dinge nur zu Gutem führen.“ Es ist ein ungewöhnlich reifer und überlegter Satz für eine 15-Jährige. Doch Sania Rehman legt nach. „Als Migrantin treibt es mich besonders an. Es gibt viele Vorurteile, die ich ausräumen möchte. Und ich möchte mich und andere glücklich machen.“ In keinem Moment wirken die Aussagen aufgesetzt oder unnatürlich. Warum auch: Sania Rehman sagt, was sie denkt und sie lebt, was sie sagt.

Sie macht bei der Schülerzeitung der Anne-Frank-Schule in Raunheim mit, ist Schulsprecherin und Jahrgangsstufensprecherin, führt das Klassenbuch, ist Klassenpatin und Streitschlichterin. Demnächst will sie regelmäßig alte Menschen besuchen, sich mit ihnen unterhalten, spazieren gehen. „Deutschland gibt mir viel und ich will mich revanchieren“, sagt die Schwester von drei älteren Brüdern. Was ihr das Land gibt? Sania muss nicht lange überlegen: Demokratie, Gleichberechtigung, Sicherheit, antwortet sie. Dinge, die vielen selbstverständlich sind, weiß sie zu schätzen. Dabei hat sie nie am eigenen Leib erlebt, dass es auch ganz anders sein kann. Sania ist in Rüsselsheim geboren, seit sechs Jahren lebt sie in Raunheim. Ihre Eltern stammen aus Pakistan. „Meine Mutter hat von Beginn an großen Wert auf Bildung gelegt und auch unser Vater steht hinter uns“, betont Sania, die in der sechsten Klasse den Vorlesewettbewerb gewonnen hat. Innerhalb einer einzigen Generation hat die Familie eine Integrationsleistung geschafft, die Respekt gebietet.

Ihr Notenschnitt im letzten Zeugnis lag bei 1,3

Dass Sanias Engagement weit über das übliche Maß hinausgeht, findet auch die Start-Stiftung, die Sania neben 41 anderen hessischen Schülern mit Migrationshintergrund für soziales Engagement und gute schulische Leistungen mit einem Stipendium belohnt. Ach, ja, die Leistungen in der Schule. Die leiden nicht unter Sanias vielfältigem Engagement. Ihr Notenschnitt im letzten Zeugnis lag bei 1,3.

„Das Stipendium motiviert mich total“, freut sich Sania über die monatlich 100 Euro Förderung und die PC-Grundausstattung. Die finanzielle Unterstützung gilt zunächst für ein Jahr, wird in der Regel aber bis zum Abitur verlängert.

Doch noch wichtiger ist ihr die ideelle Förderung, zu der verpflichtende Seminare zu Themen wie Demokratie, Medien und Rhetorik ebenso gehören wie frei wählbare Kurse aus dem künstlerisch-kreativen oder naturwissenschaftlichen Bereich. Gedanken über ihre berufliche Zukunft hat sich Sania auch schon gemacht. Ein Lehramtsstudium in Englisch und Geschichte kommt für sie ebenso in Frage wie Journalismus oder Medizin. (ers.)

Die gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das Start-Schülerstipendienprogramm 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. In diesem Schuljahr werden rund 720 Schüler aus rund 80 Herkunftsländern gefördert.

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