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In Groß-Umstadt haben junge Männer aus Eritrea ein Heim gefunden.
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In Groß-Umstadt haben junge Männer aus Eritrea ein Heim gefunden.

Groß-Umstadt

Praktische Hilfe für Flüchtlinge

Viele Bürger kommen zum Auftakttreffen eines Runden Tischs.

Montagabend, 19 Uhr. Der Saal im Umstädter Rathaus ist zu klein, alle Stühle sind längst besetzt. Auf Tischen und Aktenschränken suchen sich einige der gut 100 Teilnehmer beim ersten Treffen des Runden Tisches einen Platz. „Ich freue mich, dass so viele da sind. Das hatte ich nicht erwartet“, sagt Bürgermeister Joachim Ruppert (SPD) zugleich entschuldigend wegen der Enge im überfüllten Raum.

Die nächsten gut zwei Stunden werden ein Lehrstück in Sachen „Demokratie von unten“ sein und zugleich ein Signal der Gastfreundschaft. „Mir brennt es unter den Nägeln zu helfen, etwas zu tun, möglichst morgen schon“, sagt eine Teilnehmerin und spricht damit den meisten Anwesenden aus dem Herzen.

Aus dem Rathaus ist der Runde Tisch Asyl in Groß-Umstadt vorbereitet worden, in dessen Rahmen sich Bürger ehrenamtlich um die in der Stadt strandenden Flüchtlinge kümmern wollen. 70 Asylbewerber beherbergt die Stadt derzeit, 60 davon in einer vor Jahren umgebauten ehemaligen Squash-Anlage in der Robert-Bosch-Straße.

Wo früher Courts hinter Glasscheiben waren, leben heute – nach dem Umbau eines privaten Investors – im Erdgeschoss vor allem junge Männer aus Somalia und Eritrea, während im Obergeschoss größere Räume für Flüchtlingsfamilien bereitstehen. So leben auch elf Kinder und zehn Frauen im Umstädter Asylheim. Ihnen allen zu helfen, zudem möglichst gute Voraussetzungen für die Aufnahme der weiteren Flüchtlinge in der Stadt zu schaffen, ist das Ziel des Runden Tisches.

In Alsbach und Dieburg stehen einige der größten Flüchtlingsheime Darmstadt-Dieburgs. Nicht nur dort gibt es bereits rege Asylkreise, aus denen ehrenamtliche Helfer ihre Erfahrungen nun in die Umstädter Runde einbringen. Deutsch lernen sei wohl das oberste Ziel vieler Bewohner im Heim. Nach oft jahrelangem Fluchtweg voller Angst und Entbehrung wollen viele nun endlich arbeiten und für ihre Kinder einen Platz in der Schule.

Mit einigen weiteren Politikern war Groß-Umstadts Stadtverordnetenvorsteher Karl Dörr (SPD) vor wenigen Tagen im Umstädter Heim, hat dort mit Menschen gesprochen und sie gefragt, was ihnen fehlt, was sie sich wünschen. Entstanden ist eine Liste an Dingen, die nun veröffentlicht wird und wo jeder, der helfen mag, etwas beisteuern kann. „Es gibt viele Anrufe von Menschen, die nur darauf warten, helfen zu können“, schildert Fachbereichsleiterin Andrea Fischer aus Umstadts Rathaus.

Es fehlt an Winterkleidung

Weil der Runde Tisch sofort praktische Hilfe leisten will, finden sich gleich Personen, die nun Deutsch-Sprachkurse sowie Fahrdienste (Einkauf, Hilfe bei Behörden und Arztbesuchen) anbieten. Über sie können sich weitere Helfer einbinden.

Weil Flüchtlinge oft keine Kleidung für einen deutschen Winter haben, soll als eine der ersten Aktionen eine Kleiderkammer eingerichtet werden, vermutlich in einem leeren Raum des Jugendzentrums. Eine Übersicht über die ersten Aktionen des Runden Tischs – mit Ansprechpartnern – soll umgehend auf der Internetseite der Stadt eingerichtet werden.

„Wir als Kommune stellen ja nur die Räume zur Verfügung“, erläutert der Bürgermeister. „Zuständig für Vermietung und alles andere ist das Landratsamt, das aber personell nicht alles Wünschenswerte leisten kann.“ Deshalb sei die Unterstützung aus der Bevölkerung so wichtig. „Gehen Sie ins Heim. Die Leute freuen sich über jeden Besuch. Diese Menschen haben es verdient – und es ist unheimlich bereichernd“, schilderte eine ältere Dame ihre Erfahrungen. (piz)

Kontakt: Stadtverwaltung Groß-Umstadt, Andrea Fischer, 06078/781176, www.gross-umstadt.de.

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