Groß-Gerau

Vier Pfoten auf Streife

Zur modernisierten Polizeistation gehört jetzt auch ein Hund.

Bei der Groß-Gerauer Polizei hat sich einiges getan. Das Gebäude am Europaring stammt aus den Sechzigerjahren und ist extrem sanierungsbedürftig. Manche Arbeiten ziehen sich über zweieinhalb Jahre hin. Bereits neu sind das Dach und die Fußböden. Auch Eingang und Wache sind umgebaut worden, es gibt nun separate Warte- und Besprechungsbereiche. Das ist bürgerfreundlicher, betont Dienststellenleiter Eberhard Eimbeck, weil nicht mehr jeder mithören kann, was ein anderer mit den Beamten zu bereden hat. Zur Sicherheit können die Wachhabenden den Warteraum per Kamera einsehen. Eine weitere Neuerung steht noch aus: Das alte Hoftor soll durch eine Schranke ersetzt werden.

Unterwegs in ganz Südhessen

Auch personell gibt es Veränderungen. Seit diesem Monat ist in der Dienststelle ein Hundeführer, ein zweiter soll noch dazu kommen. Matthias Klein geht mit Hund Derius in Groß-Gerau Streife, wird aber auch zur Unterstützung anderer Dienststellen in ganz Südhessen angefordert. Für seinen Vierbeiner gibt es einen Zwinger bei der Polizeistation. Manchmal trainiert Klein dort mit Derius, der noch als Drogenhund ausgebildet wird.

Bei der Polizei Groß-Gerau arbeiten fünf Dienstgruppen im Schichtdienst. In der Dienststelle sitzt zudem eine Ermittlungsgruppe für Kriminalfälle, die sich zum Beispiel mit Stalking befasst und hilft, wenn jemand verfolgt und bedroht wird. Die Polizeistation ist für mehr als 70 000 Menschen in Groß-Gerau, Riedstadt, Büttelborn, Nauheim und Trebur zuständig. Tendenz steigend, denn es gibt einige Neubaugebiete. Nicht nur dort ist die Polizei auf Kontrollfahrten unterwegs. Kontrollen sind ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit, mit monatlich wechselnden Schwerpunkten: Verkehrsüberwachung, Kontrollen rund um Veranstaltungen wie Konzerte und Wahlkampfauftritte, an Schulen, in Wohngebieten (vor allem in der Dämmerung, um Einbrecher abzuschrecken) und Kontrollen, um Ruhestörungen zu vermeiden.

Eberhard Eimbeck erinnert sich an einige spektakuläre Unfälle, bei denen auch Alkohol oder Drogen eine Rolle spielten. "Das Schicksal der Leute, die in so etwas verwickelt werden, beschäftigt mich", sagt er. Um solche Gefahrenquellen zu verhindern, seien Kontrollen wichtig, sie seien keine Schikane. Umso besser, meint er, dass es in Groß-Gerau zusätzlich Unterstützung vom Freiwilligen Polizeidienst gibt. Die Helfer werden von der Stadt finanziert. Sie sehen sich als Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei, die vor allem Gespräche führen. Sie haben aber auch Rechte, die nicht jedem bekannt sind, betont Eberhard Eimbeck. Die von der Polizei auf ihre Aufgabe vorbereiteten Helfer dürfen im Notfall die Identität von Leuten feststellen, diese festhalten, bis die Polizei kommt, und sie auch durchsuchen.

Das Sicherheitsgefühl wächst

"Wir wollen deeskalierend wirken", sagt Lothar Brücke, einer der Helfer. Meistens blieben Auseinandersetzungen verbal. Was nicht heißt, dass es nicht auch Frusterlebnisse gibt, wenn immer wieder ähnliche Schwierigkeiten an den immer gleichen Orten wie Marktplatz, Berufsschule, Spielplätzen oder Bahnhöfen auftreten. Trotzdem: Das Sicherheitsgefühl bei den Bürgern wächst, ist Brückes Erfahrung aus Gesprächen mit Groß-Gerauern. Und wenn ihn eine ältere Dame auf dem Wochenmarkt anspricht und sich für seinen freiwilligen Einsatz bedankt, "dann macht es auch wieder Spaß." (amt)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare