Der Streckenabschnitt der L 3413 zwischen Groß-Umstadt und dem Otzberger Ortsteil Habitzheim ist zu schmal.
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Der Streckenabschnitt der L 3413 zwischen Groß-Umstadt und dem Otzberger Ortsteil Habitzheim ist zu schmal.

Otzberg

Eine Straße soll breiter werden

Die L 3243 zwischen Groß-Umstadt und Habitzheim gilt als Unfallschwerpunkt. Jetzt soll die Straße sicherer gemacht werden.

Der 2,5 Kilometer lange Abschnitt der L3413 zwischen Groß-Umstadt und Habitzheim ist besonders unfallträchtig. Um die Straße sicherer zu machen, haben die Bürgermeister beider Kommunen mit Kreis, Polizei und Hessen mobil Maßnahmen erörtert, die in den kommenden Wochen umgesetzt werden.

Das Teilstück der Landesstraße 3413, das die Groß-Umstädter Kernstadt und den Otzberger Ortsteil Habitzheim verbindet, ist nur gut 2,5 Kilometer lang. Dennoch gilt der Streckenabschnitt, der bei Groß-Umstadt an der Kreuzung Habitzheimer Straße/B45 beginnt, als Unfallschwerpunkt im Landkreis.

Aus guten Gründen wurde 2006 die erlaubte Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer beschränkt. Denn die Straße führt durch Senken und über Anhöhen, sie ist kurvig und stellenweise unübersichtlich, mit 4,90 Meter Breite außerdem zu schmal.

Viele der etwa 3500 Autos, die die Strecke täglich befahren, sind aber offenbar zu schnell unterwegs. Die Bilanz fällt entsprechend aus: Trotz Tempolimit wurden in den vergangenen neun Jahren 151 Unfälle registriert, wie die Bürgermeister von Groß-Umstadt und Otzberg, Joachim Ruppert und Matthias Weber, nun mitteilten. Die Unfallzahlen lassen sich nicht seriös mit anderen Landesstraßen vergleichen, da keine Landesstraße im Kreis so schmal ist wie der Streckenabschnitt der L3413.

Sperrung in eine Richtung als letzte Konsequenz

Nicht zuletzt wegen der „Minderbreite“ sei die Unfallgefahr hoch, weshalb sich die Bürgermeister mit Fachleuten der Unteren Verkehrs- sowie Naturschutzbehörde des Landkreises, mit dem Polizeipräsidium Südhessen und dem Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen mobil trafen, um Lösungsmöglichkeiten zu erörtern, heißt es aus den Rathäusern.

Als Gesamtlösung soll der Streckenabschnitt der Landesstraße 3413 zwischen Habitzheim und Groß-Umstadt saniert und verbreitert werden, um die Gefahren bei der Begegnung von Fahrzeugen zu verringern. Dazu müssen im Vorfeld planungs-, eigentums- und naturschutzrechtliche Angelegenheiten geklärt werden, denn für die Verbreiterung der Straße sind Grundstückskäufe sowie die Neugestaltung des Grün- und Heckenstreifens erforderlich.

„Die beiden Kommunen haben zugesagt, intensiv nach adäquaten Ausgleichsflächen zu suchen, um die Planungen schneller abschließen zu können. Selbst bei zügigem Abschluss ist mit einem Beginn des Ausbaus innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre nicht zu rechnen“, teilt die Kreis-Pressestelle auf Anfrage mit.

Um schon vorab die Unfallgefahr zu verringern, soll zunächst eine streckenweise Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Stundenkilometer angeordnet werden. Zudem sollen deutliche Hinweisschilder auf die Unfallgefahr aufmerksam machen. Nach der Neubeschilderung – sie wird in den kommenden Wochen erfolgen – soll es dann regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen geben.

Falls sich die Maßnahmen als unwirksam herausstellten, sich Verkehrsteilnehmer trotz prägnanter Warnung und Kontrollen uneinsichtig zeigten, bliebe letztlich nur die Sperrung der Landesstraße in eine Fahrtrichtung, heißt es aus der Kreis-Pressestelle. Die Strecke zwischen Groß-Umstadt und Habitzheim würde somit zur Einbahnstraße. Gleich, in welche Richtung die Fahrbahn gesperrt würde, hätte dies für alle Verkehrsteilnehmer große Umwege und lange Fahrzeiten zur Folge.

„Aus Sicht der Bürgermeister sollte die Einbahnstraßenregelung allerdings als letzte Möglichkeit in Betracht kommen, denn Umwege und Zeitverlust beträfen dann natürlich auch die Rettungswagen“, sagt Groß-Umstadts Pressesprecher Reiner Michaelis. (eda)

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