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Bei einer Abi-Vorfinanzierungsfeier in Mörfelden-Walldorf ist ein junger Mann erstochen worden.

Hessen

18-Jähriger auf Abi-Party erstochen

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Bei einer Abi-Vorfinanzierungsfeier in Mörfelden-Walldorf ist ein junger Mann erstochen worden. Er wollte anscheinend nur in einem Streit schlichten. Der Täter hat bereits gestanden. Von Wiebke Rannenberg

Bei einer Abi-Vorfinanzierungsfeier in einer Vereinshalle in Mörfelden-Walldorf ist in der Nacht zum Sonntag ein junger Mann während einer Auseinandersetzung erstochen worden.

Die Polizei äußerte sich bislang nicht zum Tathergang, berichtete aber, sie habe einen ebenfalls 18-Jährigen aus dem benachbarten Langen unter "dringendem Tatverdacht" festgenommen.

Mittlerweile hat der Mann die Tat gestanden und sitzt in Untersuchungshaft. Die Obduktion des Opfers ergab, dass es an inneren Blutungen infolge des Messerstichs in den Bauch gestorben ist.

Näheres zum Ablauf konnte Klaus Reichert-Girardin, Oberstufenleiter und amtierender Schulleiter der Bertha-von-Suttner-Schule, auf Nachfrage der FR berichten. Die Abiturienten der Integrierten Gesamtschule hatten die Party als private Feier in der Halle der SKG Walldorf veranstaltet, um damit Geld für die eigentliche Abifeier zu verdienen.

Zahlreiche Schüler hätten ihm berichtet, dass es zunächst eine Rangelei in der Halle gegeben habe, sagte Reichert-Girardin. Nachdem der von den Veranstaltern engagierte Sicherheitsdienst die beteiligten Jugendlichen aus der Halle gebracht habe, sei es draußen gegen 23.30 Uhr zu der tödlichen Auseinandersetzung gekommen.

Seiner Erkenntnis nach hätten weder Opfer noch Täter etwas mit der Bertha-von-Suttner-Schule zu tun. Dagegen berichtete eine Cousine des Opfers der Frankfurter Rundschau, der Getötete sei ein ehemaliger Schüler und jetzt in einer Ausbildung. Joanna Vlachava ist nicht nur mit dem Toten verwandt, sie ist auch die Vorsitzende der Griechischen Gemeinde Mörfelden-Walldorf, in der die Eltern des Getöteten aktiv sind. "Er wollte nur schlichten", sagte sie.

Sie gab Berichte von Freunden und der Schwester des Getöteten an die FR weiter: Demnach gab es in der Halle eine Auseinandersetzung mit einem Freund des 18-Jährigen. Draußen wollte dieser dann schlichtend eingreifen, als der vermutliche Täter sein Messer zog. "Mein Cousin wollte ihm das Messer aus der Hand treten, da hat er zugestochen", sagte Vlachava.

Fassungslos zeigte sich Franz-Rudolf Urhahn, Erster Stadtrat von Mörfelden-Walldorf. "Wir müssen überlegen, was wir dagegen tun können, dass Jugendliche mit einem Messer herumlaufen", sagte er.

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