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Das Gerüst für die große Leinwand steht.

Weiterstadt

Ein Wald voller Filme

Im Braunshardter Tännchen beginnt das Open-Air-Festival. Ein wenig zu schaffen macht den Organisatoren, dass das Filmfest dieses Jahr mitten in den Sommerferien liegt.

Im Braunshardter Tännchen scheppern Metallstangen. Das 38. Open-Air Filmfest Weiterstadt wird aufgebaut, die Stangen gehören zum acht Meter hohen Leinwandgerüst. Das Filmfest startet am heutigen Donnerstag und läuft bis kommenden Montag, 18. August. Am Wochenende danach ist noch eine Nachlese geplant.

„Was zieht denn der Projektor“, fragt ein Aufbauhelfer. „Wir brauchen eine 32er dafür“, antwortet Thomas Lasner von der Open-Air-Technik. Die Zahl bezieht sich auf die Stromstärke von 32 Ampere. „Wir haben hier drei Stromkreise“, erklärt er. Der Projektor hängt an einem anderen Kreis als beispielsweise die Grillhütte. Und auch der Ofen, der frische Brezeln backt, zieht viel Strom, was entsprechend verschaltet werden muss.

Für den 40-jährigen Lasner ist es bereits das 30. Filmfest. „Das war damals die pure Neugier“, erinnert er sich an seine Anfänge. Im Alter von zehn Jahren war er 1984 das erste Mal dabei und wollte helfen. „Wenn das Filmfest begann, musste man allerdings nach Hause“, beschreibt er die Nachteile der Kinderzeit. Anfangs war er am Infostand, dann beim Grill, nun baut er die Technik mit auf. Mitte der 80er Jahre dominierten noch Super-8-Filme die Veranstaltung. Für 1984 verzeichnet die Chronik beispielsweise 59 Super-8-Filme und einen 16-Millimeter-Film.

Start mit Super-8-Filmen

Die Idee zum Filmfest selbst war bereits 1977 entstanden, als das kommunale Kino im Sommer fast leer war. Die Macher organisierten damals eine „Pink Floyd in Pompeji“-Freiluftvorstellung im Braunshardter Tännchen. Und zeigten bei der Gelegenheit auch gleich eigene Super-8-Filme im Vorprogramm.

Super-8 gibt es zwar auch heute noch, zehn Festivalfilme sind diesmal auf diesem Format gedreht. Die übrigen 200 liegen digital auf Festplatten. Thomas Lasner sieht das ein wenig mit Wehmut. „Wir sind da Dinosaurier, wir brauchen das 35-Millimeter-Geknatter“, sagt er und denkt an den klassischen Projektorsound zurück. Aber er sieht auch, dass die digitale Produktion günstiger ist. Und leichter. „So ein Film auf der Rolle wiegt bis zu 20 Kilogramm.“

Gezeigt werden 200 Werke

Ein wenig zu schaffen macht den rund 200 ehrenamtlichen Helfern, dass das Fest dieses Jahr mitten in den Sommerferien liegt, sagt Mitorganisator Jonathan Seipp. Er und viele andere Helfer nehmen eigens Urlaub für das Festival. „Mir gefällt das, wenn die Menschen zusammensitzen und die Filme genießen“, sagt Seipp. Dazu komme das freundschaftliche Ambiente, schwärmt er über einen weiteren Vorzug der Veranstaltung. Aber dann muss er rasch weiter, den gespendeten Teppich für das Filmzelt abholen.

Die mehr als 200 Filme, die an den vier Festivaltagen gezeigt werden, sind aus gut 2500 Filmen ausgewählt. Die Jury hat dabei stets einen guten Blick bewiesen: Filme, die in Weiterstadt gezeigt wurden, gewannen später oft Preise wie beispielsweise „Staplerfahrer Klaus“, eine Parodie auf einen Lehrfilm über Arbeitssicherheit.

Am Samstag, 16. August, werden im Filmzelt bei der BMX-Bahn ab 10 Uhr drei Stunden lang Kurzfilme für Kinder gezeigt. Am Montag ist das Filmfest so gut wie vorbei, am Abend gibt es um 20 Uhr im Filmzelt ein „Best of“. Und am Samstag, 23. August, zeigt die Darmstädter Centralstation um 21 Uhr die Nachlese zum Filmfest 2014. (mawi)

Das vollständige Programm sowie Informationen zum öffentlichen Busverkehr gibt es im Internet auf der Seite www.filmfest-weiterstadt.de.

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