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Stopp! In der Georg-Büchner-Schule üben Mädchen, sich und andere zu verteidigen.
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Stopp! In der Georg-Büchner-Schule üben Mädchen, sich und andere zu verteidigen.

Rüsselsheim

Mut zum Nein-Sagen

Schülerinnen der Georg-Büchner-Schule lernen, sich zu wehren. Die Mitmach-Kurse werden von Kinderschutzbund und dem Verein Wildwasser angeboten.

Gerangel in der Georg-Büchner-Schule in Rüsselsheim. „Lass’ meine Freundin in Ruhe“, ermahnt Maria (9) ihre Mitschülerin Iman (8). Doch die will einfach nicht aufhören. Erst, als sich die Viertklässlerin mit einem energischen „Stopp“ zwischen die kämpfenden Mädchen stellt, ist der Streit beendet.

Eine gestellte Szene – zum Glück. Ceren (10) muss nicht vor einer echten Attacke geschützt werden. Die drei Mädchen führen lediglich vor, was sie an sieben Nachmittagen gemeinsam mit zwei Pädagogen gelernt haben: sich zu wehren und auch andere zu verteidigen. Zum Abschluss der „Mutmachgruppe“ erhalten die Mädchen eine Urkunde. „Du hast das Recht, Nein zu sagen“, steht darauf, das „Nein“ ist in Großbuchstaben geschrieben.

Training im Rollenspiel

Die Mitmach-Seminare werden vom Kinderschutzbund und dem Verein Wildwasser getragen und von den Stadtwerken unterstützt. Sie sind Teil des Projekts „FaiR - Familien in Rüsselsheim, Gesundheit, Bildung, Perspektiven“ im Dicken Busch. Das Ziel: selbstbewusst zu werden, aber auch zu lernen, dass es nicht nur eine Art des Selbstbewusstseins gibt. „Das drückt sich in jedem Kind anders aus“, sagt die Vorsitzende des Kinderschutzbunds Claudia Heyse.

Eine wichtige Rolle beim Projekt spielt die Schauspielerei – die Gruppe stellte typische Schulhofszenen nach, um den Mädchen zu vermitteln, wie sie im Ernstfall richtig reagieren. Die „Mutmachgruppe“ ist somit eine sinnvolle Ergänzung für die Ausbildung von Streitschlichtern in der Georg-Büchner-Schule, findet Rektorin Dagmar Schneberger-Splitt.

„Die Liste für die nächste Gruppe ist schon wieder voll“, sagt sie. Da sich die Mutmacher direkt nach dem Unterricht für anderthalb Stunden treffen, sei es auch ein Puzzlestein im Versuch der Schule, mehr Nachmittagsbetreuung zu etablieren.

Der Viertklässlerin Ceren hat die Arbeit in der Gruppe Spaß gemacht. „Ich bin immer mutiger geworden“, berichtet sie. Und wenn sie und ihre Freundinnen doch einmal Angst haben? „Dann denken wir an unser Krafttier.“ Ihres ist der große Adler.

„Es kann lebenslange Folgen haben, wenn man nicht Nein sagen kann“, sagt Therapeutin Gabriele Vorndran, eine der Leiterinnen der Mädchengruppe. Mutmach-Kurse habe Wildwasser schon vorher in eigenen Räumen gegen Gebühr angeboten, erklärt die Therapeutin. Jedoch sei die Resonanz viel geringer gewesen als jetzt an der Georg-Büchner-Schule. Was sie besonders beeindruckt hat: ein Mädchen, das sich selbst porträtierte, mit einem Vogelkäfig in der Hand. „Den Vogel wollte sie freilassen. Das war ein rührendes Bild mit ganz viel Symbolik.“

Die Gruppe wird übrigens umbenannt. Ein Mädchen habe sich zu Recht beschwert, dass es schon längst mutig sei, erinnert sich Vorndran. „Starke Mädchen“ lautet deshalb der neue Name. (ers.)

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