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Schon vor Bekanntgabe des Ergebnisses war Thomas Winkler von Gratulanten umgeben.

Mörfelden-Walldorf

Mörfelden-Walldorf: Grüner Thomas Winkler gewinnt Wahl

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In Mörfelden-Walldorf gewinnt der grüne Kandidat Thomas Winkler die Stichwahl deutlich. Eine SPD-Hochburg ist damit gefallen.

Vom 20. Juli an heißt Mörfelden-Walldorfs Bürgermeister Thomas Winkler: Der grüne Stadtrat hat sich am Sonntag in der Stichwahl mit fast 1300 Stimmen Vorsprung deutlich gegen Amtsinhaber Heinz-Peter Becker (SPD) durchgesetzt.

Beim ersten Wahlgang am 24. März lag der ehrenamtliche Stadtrat Thomas Winkler (Grüne) mit 3454 Stimmen (33,86 Prozent) vor Amtsinhaber Heinz-Peter Becker (SPD) mit 3190 Stimmen (31,27 Prozent). Karsten Groß von der CDU erhielt 27,4 Prozent und Alfred Arndt (DKP / Linke Liste) 7,48 Prozent der Stimmen.

Bereits knapp vor 18 Uhr hatten sich rund 100 Besucher im Rathaus eingefunden, und als gegen 18.06 Uhr das erste Ergebnis eintraf und der grüne Kandidat mit fast 57 Prozent der Stimmen vorne lag, brandete Beifall auf. Bis 19.03 Uhr, als alle 29 Bezirke inklusive der vier Briefwahlbezirke ausgezählt waren, sollte sich das nicht ändern. Nur in drei Wahlbezirken und einem Briefwahlbezirk konnte Becker die Mehrheit erringen, ansonsten lag die Stimmenmehrheit teils deutlich bei Winkler. Enttäuschend ist aber die Wahlbeteiligung, die mit knapp 39 Prozent unter der des ersten Wahlgangs liegt.

Die SPD stellte seit der Gründung Mörfelden-Walldorfs im Zuge der Gebietsreform 1977 den Bürgermeister, galt als „rote Hochburg“. Für die Grünen ist das Ergebnis eine Genugtuung: Bei der Kommunalwahl 2016 waren sie noch abgestraft worden und von zuvor 24 Prozent auf 11,5 Prozent gefallen. In der Folge mussten sie die Abwahl ihres Ersten Stadtrates Franz-Rudolf Urhahn auf CDU-Antrag hin mit den Stimmen von CDU und Koalition aus SPD, FW und FDP hinnehmen.

„Mit einem so klaren Ergebnis habe ich nicht gerechnet“, sagt Winkler, er sei von einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgegangen. Er werde nun mit allen Fraktionen für Gespräche zur Verfügung stehen. „Es wird keine Ad-hoc-Entscheidungen geben, was die Dezernate anbelangt“, sagt er.

Da die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung in der Opposition sind, könnte Winkler nur über einen Neuzuschnitt der Dezernate versuchen, seine Wahlversprechen durchzusetzen. „Wir werden sehen, ob die Koalition hält“, sagt er der FR.

„Das ist natürlich auch eine Niederlage der Koalition, ich war schließlich ihr Kandidat“, sagt Becker. Nun liege es an Winkler, seine Wahlversprechen umzusetzen: „Es gab sicher in den vergangenen sechs Jahren manche unpopuläre Entscheidung, aber die wird es auch in den kommenden sechs Jahren geben.“ Das Haus sei jedoch gut bestellt, betont Becker. „Aber mit dem Ausbau der Kita-Plätze, der Schaffung von neuen Wohnungen und der Sanierung der Infrastruktur stehen große Aufgaben an.“

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