Am Walldorfer Weg

Sozialwohnungen als Lärmschutz

Eine Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft plant Sozialwohnungen im Neubaugebiet "Am Walldorfer Weg. Der Investor erhält dafür ein Darlehen von der Stadt Walldorf. Hinter den Sozialwohnungen soll ein weiteres Wohngebiet entstehen.

Die Stadt Mörfelden-Walldorf verkauft ein rund 3500 Quadratmeter großes Grundstück im Neubaugebiet „Am Walldorfer Weg“ an eine Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft. Dies hat das Stadtparlament am Dienstagabend in nicht-öffentlicher Sitzung mehrheitlich beschlossen. Zugleich soll die Stadt dem Investor ein Darlehen über 440 000 Euro gewähren und im Gegenzug ein Belegungsrecht erhalten.

Die Wohnungsbaugesellschaft will an der Bahnlinie 44 Sozialwohnungen errichten. Wie Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) im Januar erklärt hatte, sollen 14 Ein-Zimmer-Wohnungen zwischen 47 und 52 Quadratmetern, sechs rollstuhlgerechte Apartments mit knapp 57 Quadratmetern, je acht um die 60 Quadratmeter große Zwei- und um die 77 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen. Hinzu kommen sechs Vier-Zimmer-Wohnungen (etwa 87,5 Quadratmeter) und zwei Fünf-Zimmer-Wohnungen (rund 93 Quadratmeter). Die Sozialwohnungen sollen auch als Lärmschutz für das dahinter liegende Wohngebiet dienen.

Die Konditionen für das städtische Darlehen seien mit denen vergleichbar, die die Stadt im Walldorfer Baugebiet "Plassage/Lange Äcker" einer Bauherrengemeinschaft für die Errichtung von Sozialwohnungen gewährt habe, so Becker beim Pressegespräch. Beheizt werden soll das Gebäude über eine von der BürgerEnergieRheinMain (Bermeg) betriebene Gasheizzentrale auf der Basis von Kraft-Wärme-Kopplung.

Lärmschutz fürs Wohngebiet

Da laut städtischer Stellplatzsatzung 66 Auto-Abstellplätze benötigt werden, aus wirtschaftlichen Gründen aber keine Tiefgarage gebaut werden kann und nicht alle Parkplätze auf dem Grundstück Platz finden, ist ein Sammelparkplatz mit 26 Plätzen auf einem städtischen Parkplatz östlich des Walldorfer Wegs und nördlich der Buswendeschleife geplant. Baubeginn könnte im Herbst sein.

Unverständnis über die nicht-öffentliche Beratung äußerten Christdemokraten und die Fraktion der DKP/Linke Liste. Mit Ausnahme des Kaufpreises lasse sich kein nicht-öffentlicher Inhalt erkennen, warb CDU-Fraktionschef Karsten Groß dafür, das Thema öffentlich zu beraten. Über Fragen etwa zur Parkplatz-Situation und Grundstücksaufteilung müsse das Parlament vor den Augen der Öffentlichkeit diskutieren können, zumal es nach der Pressekonferenz des Magistrats bereits eine breite Berichterstattung gegeben habe. Auch Gerd Schulmeyer (DKP/LL) befand, dass das Thema in öffentlicher Sitzung behandelt gehört, zumal der Magistrat das Projekt noch vor einem Beschluss der Stadtverordneten "gefeiert" habe. "Wir finden das nicht richtig."

Einen Antrag der CDU auf öffentliche Beratung lehnte die rot-grüne Koalition ab, der Einzelabgeordnete Volker Arndt enthielt sich. Es sei "formal korrekter und sicherer", das Thema nicht-öffentlich zu behandeln, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Best. (mz)

Kommentare