1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Kreis Groß-Gerau
  4. Mörfelden-Walldorf

Sommer am See

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Auch bei herrlichem Sommerwetter findet sich am Badesee noch ein Plätzchen.
Auch bei herrlichem Sommerwetter findet sich am Badesee noch ein Plätzchen. © Eva Susanne Schmidt

Am Walldorfer Badesee amüsieren sich bei diesem Wetter Jung und alt. Lebensretter wachen über ihre Sicherheit. Immer wieder überschätzen Schwimmer ihre Kräfte.

Am Walldorfer Badesee amüsieren sich bei diesem Wetter Jung und alt. Lebensretter wachen über ihre Sicherheit. Immer wieder überschätzen Schwimmer ihre Kräfte.

Das herrliche Sommerwetter und die hessischen Schulferien locken viele Sonnenhungrige an die Badeseen der Region, auch an den Walldorfer Badesee. „Endlich ist es warm, und die Badesaison kann so richtig losgehen“, freut sich Ilona Knodt vom Vorstand der Interessengemeinschaft Rettungsdienst Badesee Walldorf (IRBW). Bis zum späten Nachmittag sind an diesem Tag rund 1500 Eintrittskarten gelöst worden. Die Menschenmenge verteilt sich aber auf den vielen Badeplätzen rund um den See. Bloß auf den Liegewiesen beim Kiosk und auf der Landzunge wird es eng.

Viele Besucher kommen mit Kühltaschen und Picknickdecken und nutzen die angenehme Atmosphäre für ein erfrischendes Bad im 24 Grad warmen Wasser, zum Sonnen oder für ein Picknick im Grünen. Einige Gruppen prosten sich schon am frühen Mittag mit Bierflaschen zu, andere haben ihren Grill mitgebracht, sodass der Würstchenduft bis zum Parkplatz zu riechen ist.

Probleme am FKK-Bereich

Familien mit Kindern pusten ihre Gummiboote und Luftmatratzen auf, Jugendliche toben sich beim Beachvolleyball oder beim Wettkraulen zur Insel aus. Kleinkinder sitzen am Sandstrand in ihren Strandmuscheln und buddeln. Unterwegs auf dem See sieht man immer wieder das weiße Boot der IRBW patrouillieren.

„Heute war zum Glück noch nichts los“, erzählt IRBW-Tauchwartin Ilona Knodt. „Aber gestern mussten wir einen Badegast retten, der sich überschätzt hatte.“ Er sei mit zwei Freunden zur Insel geschwommen, habe die Strecke aber nicht ganz geschafft. Die Freunde hatten ihm dann von der Insel aus den Rettungsring zugeworfen, den er aber auch nicht erreichte. So sei die Rettungsmannschaft schnell mit dem Boot herbeigeeilt und habe den Mann aus dem Wasser geholt.

Die Selbsteinschätzung der Schwimmer sei in solchen Fällen das Hauptproblem. Viele trauten sich mehr zu, als sie eigentlich bewältigen können, erzählt Knodt. Die Insel in der Mitte des Sees ziehe viele Schwimmer wie ein Magnet an. Vom Sandstrand aus muss man aber rund 500 Meter bis dorthin zurücklegen. Eine Entfernung, die nicht jeder untrainierte Schwimmer so ohne Weiteres schafft. Besonders, wenn man den ganzen Tag in der Sonne gelegen und nicht ausreichend gegessen und getrunken hat.

„Viele schwimmen los, ohne sich Gedanken zu machen, und können dann unterwegs nicht mehr“, erklärt Ilona Knodt. „Dieser Fall kommt in heißen Sommerwochen zweimal pro Woche vor. Bei schlechtem Wetter haben wir das nicht, da kommen nur die gut trainierten Schwimmer.“ Deshalb ist der Rettungsdienst an heißen Sommertagen verstärkt im Einsatz. Ein Wachleiter koordiniert die Freiwilligen: Zwei beobachten die Wasserfläche vom Dach aus permanent mit dem Fernglas und haben so alle Schwimmer im Blick.

Ein Dorn im Auge ist dem Verein das FKK-Gelände am Nordufer. Es ist schlecht kontrollierbar, weil es auf der gegenüberliegenden Seeseite liegt. „Hier gibt es ganz normale FKK-Badegäste, aber leider nicht nur die“, erklärt Knodt. Immer wieder gebe es Vorfälle mit Perversen oder Exhibitionisten, die andere Badegäste belästigten.

Hier wünscht sich die IRBW ein stärkeres Durchgreifen der Stadt. Es gebe zwar bereits Security-Angestellte von der Firma, die auch am Eingang kontrolliere – aber das habe noch nicht zu einer Verbesserung der Situation auf der Nordseite geführt. eda

Auch interessant

Kommentare