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Am Freitag gab es im Waldenserhof und im Begegnungsgarten ein Nachbarschaftsfest mit vielen Spielmöglichkeiten für Kinder.

Mörfelden-Walldorf

Projekte für ein gutes Miteinander

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Treffpunkt Waldenserhof und Begegnungsgarten sollen die Walldorfer Ortsmitte beleben

Als Gaststätte dient der historische Waldenserhof schon lange nicht mehr, dafür aber seit März überaus erfolgreich als Anlaufstelle für Projekte und Vereine in Walldorf. Als „Treffpunkt Waldenserhof“ bietet er Gruppen Raum, so gibt es hier Integrations- und Sprachkurse, es wird gebacken oder repariert. „Wir sind sehr zufrieden, wie gut das Angebot angenommen wurde“, sagt Jennifer Steinmann, die gemeinsam mit Anette Keim die Aktivitäten im Waldenserhof koordiniert.

Seit März wurde das denkmalgeschützte Gebäude renoviert, dazu wurden Angebote für Vereine und Gruppen entwickelt. „Die Angebote werden über verschiedene Fördertöpfe finanziert“, sagt Keim. Im kommenden Jahr soll der Waldenserhof auch stärker als Veranstaltungsort für Kultur genutzt werden. „Als wir im März eröffneten, stand das diesjährige Programm des Sport- und Kulturamts bereits, aber ab 2020 wird der Waldenserhof miteinbezogen“, sagt Keim.

Besonders beliebt seien die Mittwochsangebote: Dann backen Ehrenamtliche gemeinsam, anschließend wird zur Kaffeerunde geladen. Teilnehmen dürfe jeder, Kaffee und Kuchen werden gegen Spenden abgegeben. „So kann wirklich jeder teilnehmen, es gibt keine finanziellen Hürden“, sagt Steinmann.

Regelmäßige Angebote im Treffpunkt Waldenserhof in der Langstraße 71 sind dienstags das Eltern-Kind-Frühstück und freitags der offene Sprachtreff , beide jeweils von 9 bis 12 Uhr.

Mittwochs wird von 12.30 bis 15 Uhr Kuchen gebacken, anschließend gibt es bis 18 Uhr den offenen Kaffeetreff. Von 15 bis 17 Uhr öffnet die „Werkstatt für alle“.

Jeden zweiten Donnerstag gibt es von 17.30 bis 18.30 Uhr eine Lebensmittelausgabe, jeden dritten Dienstag von 15 bis 17 Uhr das Plaudercafé für Angehörige demenzkranker Menschen. som

Seit Mai wird auch der Hinterhof des Gebäudes genutzt, die Hochbeete des Begegnungsgartens haben hier ein neues Zuhause gefunden. Und mit ihnen rund 20 ehrenamtliche Beetpaten. „Ich bin seit Anfang an dabei, obwohl ich in Mörfelden wohne“, sagt Gabi Berben. Zwar habe es am alten Standort am Friedhof mehr Platz gegeben, doch habe der Garten immer wieder unter Vandalismus gelitten. „Als zuletzt der Bienenstock zerstört wurde, wollte ich schon mit dem Projekt aufhören“, sagt Beetpatin Evi Heinicke, „aber hier am neuen Standort ist es schön und es macht mir wieder Spaß.“

Imker Martin Schulmeyer räumt ein, dass er nach den Vandalismusvorfällen zunächst Bedenken gehabt hätte, ein Bienenvolk im neuen Begegnungsgarten aufzustellen. „Aber der Standort hat sich als sehr gute Wahl erwiesen“, sagt er. Und das auch aus Sicht des Imkers, ganze 14 Kilo Honig konnte er kürzlich mit Helfern in der Küche des Waldenserhofs schleudern.

„Der Garten und die ganzen Angebote beleben auch die Ortsmitte“, sagt Berben. „Und hier kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen und reden oder essen miteinander, das tut unserer Stadt sehr gut“, sagt Heinicke. Effekte, auf die Keim und Steinmann gehofft haben. „Wir wollen mit den Angeboten Menschen zusammenbringen und natürlich auch die Ortsmitte wieder attraktiver machen“, sagt Keim.

Auch wenn noch immer einiges in dem Gebäude zu tun sei, so gebe es genug Raum für verschiedene Angebote. So wird es demnächst Trommelworkshops geben, Künstlerin Ulrike Gähtgens-Maier wird hier ihr „Winteratelier“ öffnen oder es werden Kochkurse angeboten. „Es gibt auch schon Nachfrage nach Tanz- und Nähangeboten oder für Spieleabende“, sagt Steinmann.

Solange die Angebote für alle Personen offen und nichtkommerziell seien, könne sich jeder dafür bei der Stadt als Träger des Treffpunkts bewerben. Auch sonst würden weitere Ehrenamtliche gesucht, die sich einbringen: Ob beim Rasenmähen, als Helfer bei den Begegnungsnachmittagen oder bei dem Reparaturprojekt „Werkstatt für alle“. „Wir sind hier für alle Ideen offen, die für das Miteinander in der Stadt gut sind“, sagt Keim.

Weitere Termine gibt es unter www.moerfelden-walldorf.de. Projektideen können bei Jennifer Steinmann und Anette Keim unter E-Mail an waldenserhof@moerfelden-walldorf.de eingereicht werden.

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