Mörfelden-Walldorf

KZ-Gedenkstätte geschändet

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Margit-Horváth-Zentrum zur Erinnerung an KZ-Außenstelle wurde beschädigt

Unbekannte haben in Mörfelden-Walldorf mehrere Glasscheiben des „Margit-Horváth-Zentrums“ zerstört. Bei dem Zentrum handelt es sich um einen Glasbau, der sich in einem abgelegenen Waldstück befindet und über den freigelegten Mauerresten eines früheren Küchengebäudes der KZ-Außenstelle Walldorf errichtet wurde.

Nach einer Mitteilung der Polizei wurde die KZ-Gedenkstätte bereits am vorigen Freitag beschädigt. Dabei sei nach ersten Schätzungen ein Schaden von mindestens 3000 Euro entstanden. Es werde nun wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ ermittelt, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Straftatbestand bezieht sich auf Vandalismus gegen religiöse oder öffentliche Denkmäler. Nach Paragraf 304 des Strafgesetzbuches wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft, wer rechtswidrig öffentliche Denkmäler beschädigt oder zerstört. Schon der Versuch einer Beschädigung oder Zerstörung ist strafbar.

Das im September 2016 eröffnete Horváth-Zentrum schützt nach Angaben der Stadt Mörfelden-Walldorf die von Schülerinnen, Schülern und Studierenden wieder freigelegten Kellerräume, in denen 1944 junge ungarische Jüdinnen und KZ-Häftlinge von der SS gepeinigt wurden. Eine Frau starb infolge der Schläge.

Die Kripo in Rüsselsheim bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 06142/696-0.

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