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Kriegsgrauen heute und gestern

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Von: Claudia Kabel

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Rudi Hechler bei der ARbeit an seinem Buch. Bild: privat
Rudi Hechler bei der ARbeit an seinem Buch. Bild: privat © privat

Rudi Hechler, DKP-Urgestein aus Mörfelden-Walldorf, wirbt für den Frieden

Rudi Hechler, DKP-Urgestein aus Mörfelden-Walldorf im Kreis Groß-Gerau, hat schlaflose Nächte seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine. Gerade hat er seinen 88. Geburtstag gefeiert, gerade hat er eine neue Veröffentlichung herausgebracht. „Womöglich ist es meine letzte“, sagt er. „Krieg und Frieden“ ist der Titel des 56 Seiten starken Büchleins, das in der Reihe „Blickpunkt“ erschienen ist. Es solle keine parteipolitische Schrift sein, sagt er der Frankfurter Rundschau.

Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs kommen darin letzte Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs zu Wort. Sie schreiben aus ihrer Erinnerung über ihre Erlebnisse, über furchtbares Leid, Zerstörung und Hoffnung. Zahlreiche Fotos, Gedichte und Illustrationen machen die Veröffentlichung zu einem wertvollen Geschenk für die Nachkommenden. Es „soll ein Aufruf für Frieden und Verständigung sein“, sagt Hechler.

„Ich sah Darmstadt brennen“, sagt er, „sah, wie die Juden in Mörfelden-Walldorf abtransportiert wurden, ich lernte zu meiner Einschulung 1940 das Lied ‚Bomben auf Engelland’“. Und wenn er jetzt täglich die Nachrichten sehe und das Leid in der Ukraine, denke er an seine fünf Urenkelchen und frage sich: „Was ist das für eine Welt, in die wir sie entlassen?“

Bilder aus Mariupol und anderen ukrainischen Städten rufen Erinnerungen an die zerbombten Städte des Zweiten Weltkriegs wach.

Das Büchlein ist aber auch eine Geschichte des Kampfes für den Frieden. Zahlreiche Bilder dokumentieren die Friedensbewegung im Rhein-Main-Gebiet. Dazwischen Gedichte und Gedanken von John Heartfield, Erich Kästner und Bertolt Brecht. Hechler zieht in Form tagebuchähnlicher Anmerkungen Parallelen zwischen damals und heute. Er wendet sich gegen Aufrüstung und tritt für den Frieden ein.

Auch Medienkritik übt Hechler, der Putins Angriffskrieg nach eigenen Worten „klar verurteilt“. Sicher sei die Kriegsberichterstattung in Russland geprägt vom omnipräsenten, zentral gesteuerten staatlichen Fernsehen. Jedoch müsse auch unsere Berichterstattung stetig hinterfragt werden.

Hechler, Jahrgang 1932, engagierte sich bereits in den 50er Jahren in der später verbotenen KPD, war dann Mitglied in der 1968 wiedergegründeten Nachfolgepartei DKP, die seither im Stadtparlament vertreten ist. Bekannt ist Hechler in Mörfelden-Walldorf seit mehr als 50 Jahren als Herausgeber der DKP-Stadtzeitung „Blickpunkt“.

Bestellen kann man das Büchlein „Krieg und Frieden“ für 5 Euro bei Rudi Hechler per E-Mail an: rudi.hechler@arcor.de

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