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Kinderkrankenschwester Anette Zimmermann berät Eltern an der Bürgermeister-Hardt-Schule.
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Kinderkrankenschwester Anette Zimmermann berät Eltern an der Bürgermeister-Hardt-Schule.

Kelsterbach

Mehr Angebote für Eltern

Die Stadt will familienfreundlicher werden und investiert dafür 110.000 Euro. Elternlotsen sollen beispielsweise künftig Müttern und Vätern aus fremden Ländern helfen.

Marcel Reinhardt ist mit seinen zwölf Monaten noch zu jung, um ein Eishockey-Torwart zu sein. Trotzdem trägt der kleine Kelsterbacher einen Helm. Den hat er bekommen, um eine Kopfverformung zu korrigieren. Entdeckt hat das kleine Problem Anette Zimmermann. Zimmermann ist Kinderkrankenschwester, spezialisiert auf Elternberatung. Sie steht an jedem ersten Montag im Monat in der Aula der Bürgermeister-Hardt-Schule und beantwortet alle Fragen rund um die Gesundheit von Kleinkindern.

Die Elternsprechstunde ist eines von vielen Angeboten für Familien, das die Stadt Kelsterbach wieder ins Leben gerufen hat. Das Projekt Kelsterbach Familienstadt ist vor einem Jahr gestartet worden – seitdem hat sich einiges getan, um die Stadt familienfreundlicher zu machen. 110.000 Euro gibt die Kommune über die drei Jahre aus, auf die das Projekt zunächst angelegt ist.

Tanja Reinhardt, Marcels Mutter, kommt regelmäßig in die Elternsprechstunde. „Hier kann man viele Dinge besprechen, die man gerne wissen will, wegen denen man aber nicht gleich zum Kinderarzt rennen würde.“

Franz Neufing leitet das Projekt Kelsterbach Familienstadt. Als einziger Hauptamtlicher des Projekts verknüpft er die bereits vorhandenen Angebote für Eltern und kümmert sich darum, dass alle das gesuchte Angebot auch wirklich finden. Außerdem nimmt er Wünsche von Eltern, Lehrern und Erziehern auf, damit die Stadtverwaltung diese verwirklichen kann.

Man habe im Lauf der vergangenen Jahre erkannt, dass viele Eltern ganz allgemein mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert seien, sagt Neufing. Denen wolle man helfen – durch Angebote wie Besuche bei Familien mit Neugeborenen oder Info-Abende zu Erziehungsfragen. Dabei gehe es um Themen wie „Hilfe, mein Kind hört nicht“ oder um den Umgang mit elektronischen Medien. Oft müsse man die Eltern aber erst überzeugen, überhaupt Unterstützung anzunehmen.

„Wir sind gerade dabei, ein Netz von Elternlotsen aufzubauen, gerade auch mit Blick auf Migranten“, sagt Neufing. Die seien, auch durch sprachliche und kulturelle Barrieren, nicht immer leicht dazu zu bringen, sich helfen zu lassen. „Da wird schnell Bevormundung vermutet.“ Es gebe aber auch viele Migranten, die das als Eltern selbst gerne ändern würden. Genau die wolle man nun für die Mitarbeit gewinnen und in Kursen zu Elternlotsen ausbilden. „Die könnten dann eine Brückenbau-Funktion übernehmen“, sagt Neufing. Der Aufbau eines solchen Netzwerks werde aber noch einige Zeit kosten, schränkt er ein. Die Ausbildung der ersten Lotsen beginnt aller Voraussicht nach im Oktober.

Auf einen zusätzlichen, indirekten Nutzen von Kelsterbach Familienstadt weist der Erste Stadtrat Kurt Linnert (SPD) hin. „Wir wollen so auch junge Familien von außerhalb auf die Vorzüge Kelsterbachs in Bildung und Erziehung aufmerksam machen“, sagt der Sozialdemokrat. „Wir haben freie Kita-Plätze, die Zahl der Kinder geht zurück, gleichzeitig haben wir freie und relativ günstige Bauplätze.“

Es gelte, den Blick von den Nachteilen durch Verkehr und Industrie weg- und auf die Vorteile zu lenken, um die Stadt als Wohnort attraktiver zu machen, sagt Stadtrat Linnert. (eda.)

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