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Die Kellerwände werden von außen gedämmt.

Groß-Gerau

Ein Mantel fürs Landratsamt

Bauteil B des Gebäudes wird komplett renoviert und energetisch saniert.

Baustelle – Betreten verboten“ ist an der geschlossenen Tür im Landratsamt zu lesen, die normalerweise offenstand und die Verbindung zum Bauteil B bildete. Nun bietet sich auf allen fünf Stockwerken das gleiche Bild. Kein Durchgang. Der Anfang der 80er Jahre entstandene Teil des Verwaltungsgebäudes in der Wilhelm-Seipp-Straße wird seit Juli komplett renoviert und energetisch saniert. Das Ausräumen der Zimmer stand am Anfang der Arbeiten, derzeit ist die Schadstoffsanierung im Gang.

Der Keller ist bereits „freigemessen“, wie es im Fachjargon heißt. Dort kann man sich ohne Bedenken aufhalten, während im Erdgeschoss gerade noch „Schwarzbereich“ ist, wie Michaela Eich vom Schul- und Gebäudeservice der Kreisverwaltung und Gerhard Heidacker vom Bischofsheimer Architekturbüro beim Rundgang erläutern.

Dach- und Fassadendämmung

Es müsse sich niemand im Nachhinein Sorgen machen wegen einer Schadstoffbelastung, die über Jahre im Haus geherrscht haben könnte. Erst bei der Art Bauarbeiten, wie sie nun anstünden, träten künstliche Mineralfasern, Asbest, Kleber oder Polychlorierte Biphenyle (PCB) aus. Daher werde dort mit Schutzanzügen gearbeitet, das vor 30 Jahren benutzte Material hinterher fachgerecht auf einer Deponie entsorgt.

Die gesamte Baumaßnahme kostet rund 12,6 Millionen Euro, so Michaela Eich. Für die energetische Sanierung mit Passivhauskomponenten – zum Beispiel werden Flachdach und Fassade neu gedämmt – sind Fördermittel des Landes in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro in Aussicht; der Bescheid solle im September übergeben werden.

Im Keller, wo sich bisher neben Archivräumen, Druckerei, Hausmeisterräumen und Waffenkammer auch Zimmer für die Auszubildenden befanden, soll es künftig keine Schulungsräume mehr geben. Nur noch Platz für Technik, Hausmeister und Archiv.

Im Erdgeschoss entfallen die meisten Büros, denn dort soll die Kantine – die mehr werden soll als eine reine Aufwärmküche – mit knapp 100 Sitzplätzen entstehen. Dazu kommen noch 38 Plätze in der Caféteria. Diese Angebote stehen künftig nicht nur Verwaltungsmitarbeitern, sondern auch Besuchern des Landratsamts zur Verfügung, so Eich. Der Zugang wird vom Foyer aus erfolgen.

Auf der Fläche der bisherigen Kantine werden zwar wieder Büros eingerichtet. Insgesamt reduziert sich die Zahl der Büros allerdings von bisher 131 auf 105, informiert die Kreisverwaltung. Davon seien sieben Kombibüros, in denen drei bis vier Mitarbeiter Platz finden. Diese entstehen zum Beispiel im Ausländeramt im ersten Stockwerk von Bauteil B. Auf dieser Etage wird es am Eingang einen großen Wartebereich geben und einige sogenannte Beratungsinseln, an die sich die Mitarbeiter mit Besuchern zurückziehen können.

Fernwärmeheizung bleibt

Innen gibt es neue Elektro-, Wasser- und Abwasserinstallationen, neue Böden, Anstrich für Decken und Wände. Neue Fenster müssen eingebaut werden, eine Lüftungsanlage wird installiert, was Teil der energetischen Sanierung ist. Die Hauptgewerke sind bereits vergeben. Derzeit sind neben den Schadstoffsanierern die Rohbauer, Sanitärinstallateure und eine Elektrofirma im und am Haus beschäftigt.

Wenn die Dämmmaßnahmen am Keller erledigt sind, wird das Gerüst für die Fassadenarbeiten gestellt. Auch der Brandschutz im Haus und der Zugang für Behinderte (neuer Aufzug) werden verbessert, betonen Gerhard Heidacker und Michaela Eich.Auch wenn das alles nach Komplettsanierung klingt. Mindestens zwei Dinge bleiben: die Fernwärmeheizung und die EDV-Verkabelung. (amt)

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