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Zum Trauercafé Regenbogen lädt Birgit Flesch vom Hospizverein einmal im Monat ein.
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Zum Trauercafé Regenbogen lädt Birgit Flesch vom Hospizverein einmal im Monat ein.

Mörfelden-Walldorf

Dem Kummer Zeit geben

Der Hospizverein Mörfelden veranstaltet jeden Monat ein Trauercafé. Im Trauercafé Regenbogen ist es möglich, sich mit anderen auszutauschen, die Ähnliches zu verarbeiten haben.

"Es ist ein Ort zum Lachen und zum Weinen“, skizziert Birgit Flesch das Trauercafé Regenbogen, zu dem der Hospizverein in Mörfelden seit März regelmäßig am zweiten Samstag im Monat einlädt. Für das Café steht dem Verein der große Raum des Frauenzentrums neben dem Kulturbahnhof zur Verfügung.

Im örtlichen Hospizverein hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die Arbeit der rund 15 ehrenamtlichen Hospizhelfer ist professioneller geworden – die pflegerische Beratung kam zur reinen Betreuung hinzu. Auch die Hinterbliebenen werden betreut – mit dem Tod des Angehörigen ist die Hospizarbeit nicht beendet. Zusätzlich wurde klar, dass eine bessere Vernetzung mit den Palliativteams und Ärzten nötig ist. Hier gibt es eine Zusammenarbeit mit der Organisation „Leuchtturm“ aus Groß-Gerau. Viele Anfragen für eine Sterbebegleitung werden hierüber vermittelt.

Der Verein hat deshalb Anfang des Jahres eine Koordinatorenstelle in Teilzeit geschaffen. Bisher wird die Stelle über Spenden finanziert, langfristig ist allerdings eine Finanzierung über die Krankenkassen geplant.

Die erfahrene Krankenschwester Birgit Flesch hat beruflich einiges vorzuweisen: Sie war lange in der Onkologie tätig, als Fachkraft für Palliative Pflege, dann als Leiterin eines Hospizes im Taunus. Zusätzlich ist sie zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und als Gestalttherapeutin ausgebildet. „Wir möchten mit dem Trauercafé Menschen ansprechen, die ihrer Trauer in einem geschützten Rahmen Raum geben möchten“, erklärt die Trauerberaterin Fesch.

Austausch mit anderen

Heute sei die Erwartung häufig so, dass die Trauer nach ein bis zwei Wochen erledigt sein solle. Alles andere werde als pathologisch abgetan. „Das entspricht nicht der Realität“, betont die Koordinatorin. Wenn der Verstorbene in einer liebevollen Beziehung zu den Hinterbliebenen stand, könne die Trauer auch bis zu einem Jahr viel Raum einnehmen. „Natürlich ist es aber nicht gut, 30 Jahre lang nur in Trauer zu verharren.“

Im Trauercafé Regenbogen ist es möglich, sich mit anderen auszutauschen, die Ähnliches zu verarbeiten haben. Ein älterer Herr, der 61 Jahre lang glücklich mit seiner Frau verheiratet war, kommt regelmäßig zu den Treffen. Bei den Nachbarn stößt er auf Unverständnis. „Du musst essen und trinken“, sagen sie und haben nur die tägliche Versorgung im Blick. Doch das ist nicht alles. Er braucht den Austausch mit anderen und möchte die Erinnerung an seine geliebte Frau wachhalten. „So geht es vielen, die zu uns kommen“, erzählt Flesch.

„Steh nicht an meinem Grab und weine. Ich bin nicht dort. Ich schlafe nicht. Ich bin in den tausend wehenden Winden…“, so heißt es in einem Gedicht von Mary Elizabeth Frye. Zum Auftakt des Trauercafés liest Birgit Flesch häufig einen Text vor, der den Besuchern das Thema nahe bringt. Anschließend erzählen alle reihum, wie es ihnen geht, was sie gerade bewegt.

Es gibt keinen festen Ablauf – die Themen ergeben sich durch die Teilnehmer. Zum Abschluss nimmt meist jeder eine kleine Geschichte mit nach Hause.

Der Hospizverein Mörfelden lädt am Samstag, den 18. Juli, von 15 bis 17 Uhr in die Räume des Frauenzentrums in der Bahnhofstraße 38 in Mörfelden zum nächsten Trauercafé Regenbogen ein. (eda)

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