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Rüsselsheim

Wo die Krähen schlafen

Mit der Dämmerung kommen die Krähen: Bis zu 10.000 Saat- und Rabenkrähen sowie Dohlen fliegen im Winter abends zu ihren Schlafplätzen rund um die Mainbrücke zwischen Rüsselsheim und Flörsheim.

Dass die Rabenvögel im Winter am Main nächtigen, hat verschiedene Gründe, erläutert Ornithologe Bernd Petri: So ist die Lage relativ geschützt, und das Wasser des Flusses – ein bis zwei Grad Celsius wärmer als der nahe Rhein – wirkt als eine Art Heizung. Mag dem Menschen der Februar auch empfindlich kühl erscheinen: Im Vergleich zu den Brutgebieten der Saatkrähen, beispielsweise in Russland, ist es hier im Winterquartier der Vögel vergleichsweise mild.

Naturkundlern ist seit langem bekannt, dass der Untermain ein beliebtes Winterquartier für Rabenvögel ist. Nicht nur dem Standort sind die Vögel jahrzehntelang treu geblieben, sondern auch den Routen, auf denen sie die Bäume an der Opelbrücke anfliegen. Solches Wissen geben die Rabenvögel von Generation an Generation weiter, sagt der Ornithologe.

Viele kommen aus Osteuropa

Umso wichtiger sei es, bei Bauprojekten bestehende Vogelflugrouten zu beachten. Wenn beispielsweise Bäume gefällt oder Windkraftanlagen errichtet würden, dann müsse der Vogelzug in Betracht gezogen werden.

Die Flugrouten betreffen dabei nicht nur die Wanderung zwischen Brutplatz und Winterquartier, sondern auch das tägliche Pendeln zwischen Futter- und Schlafplatz. Denn die meisten der mehreren tausend Krähen, die derzeit an der Opelbrücke überwintern, sind echte Berufspendler: Wenn der Tag anbricht, machen sie sich auf den Weg zur Futtersuche, der durchaus 20 bis 30 Kilometer weit sein kann.

Nach ihrer Rückkehr von der Futtersuche sitzen die Krähen abends dicht an dicht auf den Stromleitungen über dem Main. In kleinen Gruppen fliegen sie dann in ihre Schlafbäume, die vor allem in den so genannten Ohren der Zubringerstraßen für die Mainbrücke stehen.

Machen die aus Osteuropa stammenden Saatkrähen auch den größten Teil der Rabenvögel aus, die in den kalten Monaten am Main leben, so sind doch auch viele heimische Arten vertreten. Darunter, sagt Petri, ist mittlerweile auch wieder der König dieser Familie: der Kolkrabe. (eda)

Seit Sommer wurden bereits 250 Krähen in Frankfurt Oberrad abgeschossen. Das ist erlaubt. Aber Anwohner und Tierschützer sind entsetzt.

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