Mörfelden Walldorf

Knappes Rennen um Chefsessel erwartet

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Am Sonntag entscheiden die Bürger, ob Heinz-Peter Becker Bürgermeister von Mörfelden-Walldorf bleibt. 

Die Bürgermeisterstichwahl am kommenden Sonntag in Mörfelden-Walldorf „wird eine ganz knappe Kiste“. Davon ist Herausforderer Thomas Winkler (Grüne) überzeugt. Weder er noch Amtsinhaber Heinz-Peter Becker (SPD) hatten damit gerechnet, dass der ehrenamtliche Stadtrat Winkler im ersten Wahlgang mehr Stimmen bekommen würde als Becker. 264 sind es genau. Die SPD stellt seit 1977 den Rathauschef in der Doppelstadt im Kreis Groß-Gerau. Becker, der nur 31,27 Prozent erhielt, begründet das gute Abschneiden Winklers (33,86 Prozent) mit dem „Grünen-Hype“. Zudem mache Winkler Versprechen, die zwar den Wählern gefielen, die aber unrealistisch seien. Zum Beispiel bauen zu wollen, ohne Flächen zu versiegeln. „Jetzt geht es darum, die Leute zu überzeugen“, sagt Becker der FR. „Kompetenz statt Widersprüchen“, lautet sein Motto. Um mit inhaltlichen Positionen zu punkten, macht er Hausbesuche, verteilt Flyer und kommt zum Wochenmarkt.

Stichwahl

25480 Wahlberechtigte sind am Sonntag, 7. April, aufgerufen von 8 bis 18 Uhr den Bürgermeister zu wählen. Beim ersten Wahlgang lag die Beteiligung bei 40,6 Prozent.

Wahlberechtigte, denen bereits für die Direktwahl eine Wahlbenachrichtigung übersandt wurde, erhalten keine neue Benachrichtigung. Briefwahlunterlagen sind noch bis Donnerstag, 4. April, 12 Uhr, in den Stadtbüros erhältlich.

Die Ergebnisse werden ab 18 Uhr unter www.moerfelden-walldorf.de präsentiert. 

Auch Winkler legt einen Endspurt ein – und holte sich vergangenes Wochenende mit Verkehrsminister Tarek al Wazir (Grüne) prominente Unterstützung aus Wiesbaden. Außerdem lässt er einen Countdown zur Stichwahl im Internet ablaufen, in dem er täglich einen Grund nennt, der für den „Politikwechsel“ spreche. Es gehe darum, die Dinge im Detail neu zu bewerten, sagt Winkler der FR. Beispielsweise wolle er die Möglichkeiten für den Bau von Sozialwohnungen prüfen und die Kostenplanung bei der Kläranlagen ins Visier nehmen.

Bei einem so knappen Rennen kommt es auf jede Stimme an. Man kann nur spekulieren, wem die Wähler der im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten von CDU und DKP/LL ihr Stimme geben werden. Die CDU hat keine Wahlempfehlung ausgesprochen, „da die Meinungen unserer Wähler- beziehungsweise Mitgliederschaft auseinandergehen“. Bedenklich sei, dass der Amtsinhaber trotz Koalitionsunterstützung weniger als ein Drittel der Stimmen erhalten habe. Auch die DKP/LL sprach keine Empfehlung aus. Die Freien Wähler, in Koalition mit SPD und FDP, stehen erwartungsgemäß auf Beckers Seite: Kaum einer kenne die Stadt und ihre Belange so wie er, teilte Fraktionschef Joachim Rommel mit.

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