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Am Konzept haben die Kinder zwischen vier und sechs Jahren selbst mitgearbeitet.

Kita Steinstraße in Groß-Gerau

Kleine Bücherwürmer

Die Kindertagesstätte Steinstraße in Groß-Gerau richtet ihre eigene Bibliothek ein. Die Erzieherinnen wollen die Liebe der Kinder zu Vorlesestunden und Bilderbücher fördern.

Die Förderung der Sprachkompetenz von Kindern ist ein Schwerpunkt in der pädagogischen Arbeit der Kita Steinstraße in Groß-Gerau. Gestern hat die Einrichtung ihre eigene Bücherei eröffnet, die die Vier- bis Sechsjährigen mitentwickelt haben. Die Idee, eine Bibliothek mit Ausleihe einzurichten, sei bei einer Fortbildung des Kita-Teams zu Raumgestaltung- und Nutzungsmöglichkeiten entstanden, erzählt Leiterin Nadja Pfitzner. Das helle kleine Zimmer, das sich an einen der Funktionsräume zur Hofseite anschließt, bot sich für eine Leseecke an.

Doch das reichte nicht: „Wir wollten System ins Ganze bringen“, sagt Pfitzner. Das Interesse der Kinder an Vorlesestunden und Bilderbüchern habe dazu beigetragen, schließlich eine eigene Bücherei zu initiieren.

Federführend beim Projekt, an dem die Kinder beteiligt wurden, waren die Erzieherinnen Janine Wiener und Kathrin Egelhof. Sie besuchten eine Schulung zur Vermittlung von Kinderliteratur. Denn schließlich geht es laut Pfitzner auch darum, das Textverständnis der Kinder zu überprüfen und sie anzuregen, eigene Geschichten zu erfinden.

Kinder betreuen Ausleihe

Auch die Raumgestaltung, sachgemäßer Umgang mit Büchern sowie das System zur Sortierung wurden mit den Kindern entwickelt. Mehrfach habe man die Stadtbücherei besucht und sich Anregungen geholt, berichten die Erzieherinnen. Zu Recht staunen die Eltern, die das Ergebnis begutachten. Kindgerechte Embleme bezeichnen die Sparten: Ein Herz weist auf Bücher hin, in denen es um Gefühle geht. Luftballons zeigen den Weg zur Rubrik „Feste feiern“. Dort sind Backrezepte oder Bastelideen zu finden. Das Symbol der Hexe verspricht Märchenhaftes, eine Insel lotst in die Welt der Abenteuer. Aber auch für die Eltern gibt es Lesestoff, erklärt Pfitzner und zieht Elternratgeber aus dem Regal.

Vorlesepaten von der Luise-Büchner-Schule

Spaß haben die Kinder am „Bücherwurm“, einem Holzmöbel, das, aufgeteilt in Fächer, gleich einer langen Raupe in der Mitte des Raums steht. Auf einem Computer werden unter pädagogischer Aufsicht Lernspiele angeboten.

„Wir legen mit den Kindern Zeiten fest, in denen sie Bücher ausleihen und mit nach Hause nehmen können“, erklären die Pädagoginnen. Langfristig soll die Ausleihe in Kinderhand übergehen. Stolz zeigen Ella und Saverio, beide sechs Jahre alt, ihre Ausweise vor, auf denen ein Bild des „Bücherwurms“ prangt.

Außerhalb der Ausleihzeiten wird die Bücherei als Leseraum genutzt. Auch Schüler der Luise-Büchner-Schule, die als Vorlesepaten kommen, haben nun einen festen Platz. Und Francesca Roth, eine externe Mitarbeiterin für Sprachförderung, wird dort in Kleingruppen arbeiten. (lot.)

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