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Achtlos im Klo heruntergespülte Feuchttücher verstopfen die Pumpen in Kläranlagen.

Mörfelden-Walldorf

Corona: Kläranlagen wegen zu viel Klopapier im Krisenmodus

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Viele Menschen arbeiten derzeit von zu Hause und werfen feuchte Toilettentücher und Hygieneartikel achtlos in die Toilette, so dass die Kanalisation und Pumpen in Kläranlagen verstopfen.

Die Folgen der Corona-Pandemie wirken sich allmählich auch auf den Betrieb der kommunalen Kläranlagen aus. Die Stadt Mörfelden-Walldorf teilte am Donnerstag mit, weil nun viele Menschen zu Hause arbeiteten, werde doppelt so viel Toilettenpapier wie gewöhnlich entsorgt. Vor allem die massenweise Entsorgung von feuchten Toilettentüchern führe in der Kanalisation und der Kläranlage zu Verstopfungen.

„Bei uns kommen jetzt doppelt so viele Faserstoffe aufgrund der Benutzung etwa von Feuchttüchern im Klärwerk an als noch vor circa zwei Wochen“, wird Georg Lautenschläger, der Leiter der städtischen Kläranlagen, in einer Mitteilung der Stadt zitiert.

Auch Klaus Honold, der Pressesprecher der Stadt Darmstadt, wies auf Anfrage der FR darauf hin, dass auch Taschentücher und saugstarke Küchentücher nicht mit der Toilettenspülung in die Kanalisation gelangen sollten.

Nach Einschätzung von Lautenschläger „wissen offenbar viele Menschen nicht, dass feuchtes Toilettenpapier nur in den Mülleimer geworfen werden sollte“. Die Schwierigkeit für die Kläranlagen bestehe darin, dass sich die feuchten Papierlagen nicht zersetzten. Zusammen mit vielen anderen Dingen wie Hygieneartikeln sorgten diese Tücher inzwischen fast täglich für verstopfte Pumpenanlagen. Diese müssten dann von den Mitarbeitern der Stadtwerke mit erheblichem Aufwand gesäubert und wieder in Betrieb genommen werden. Hierdurch entstünden jedes Jahr sehr hohe und eigentlich vermeidbare Kosten. Diese Kosten müssten dann von jedem Einwohner über die Abwassergebühr getragen werden. „Wer solche Dinge in die Toilette wirft, schadet also sich selbst und allen anderen“, mahnt der Leiter der Kläranlage in Mörfelden-Walldorf.

Speisereste, Öle, Pillen und Co gehören nicht ins Klo

Zwar führten in der Toilette entsorgte Nahrungsmittel nicht zu Verstopfungen im WC. Gleichwohl sollten Speisereste in der Biotonne entsorgt werden, weil sich Ratten von dem heruntergespülten Essen ernährten. Wohlgenährt könnten sich die Nager aber weiter vermehren und schnell zur Plage werden. „Und wenn die gewohnte Fütterung durch das Toilettenrohr dann plötzlich ausfällt, kann es durchaus sein, dass so manch hungrige Kanalratte in der Toilettenschüssel wieder auftaucht“, warnt Lautenschläger.

Auch warme und flüssige Öle und Fette dürfe man nicht achtlos ins Klo kippen, weil diese aushärteten und langsam den Hausanschluss oder die Hauptkanäle zusetzten, was ebenfalls teure Reinigungen erforderlich mache.

Auch Hygieneartikel wie Kosmetiktücher, Zahnseide, Wattestäbchen, Tampons, Binden, Kondome, Rasierklingen, Haare seien Abfall und gehörten in dafür vorgesehene Mülleimer ebenso wie Tabletten, Pillen und flüssige Arzneimittel. Medikamente sollten weder in der Toilette noch im Waschbecken weggespült werden, weil ein Teil der Wirkstoffe in den Wasserkreislauf gelangen und die Umwelt schädigen könnte.

Bei der Stadt Mörfelden-Walldorf gibt Angelika Konrad unter der Telefonnummer 0 61 05/938-333 Infos zum Thema Entsorgung. Im Internet gibt es unter dem Stichwort „Abfallberatung“ auf der Internetseite der Stadt (www.moerfelden-walldorf.de) weitere Infos zum Thema „Abfall von A bis Z“.

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