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Der Lichterkranz wird nach oben gekurbelt.

Rüsselsheim

Der Kerb geht ein Licht auf

Helfer des Vereins Club Schwarze Elf beginnen mit dem Aufbau des Fests.

Wenn rund 20 Mitglieder des Club Schwarze Elf auf rund 800 auf 16 Lichterketten aufgereihte Glühbirnen treffen – dann ist auf dem Parkplatz an der Mainstraße der Aufbau des Kerbetreffs angesagt.

Gestern früh war es wieder soweit, schon um 7 Uhr legten die ehrenamtlichen Helfer los, die meisten im Rentenalter. Sie stellten zunächst die mit Länderfahnen geschmückten Masten im Kreis in die Lotrechte, an denen später die Lichterketten den Kerbetreff zeltartig überwölben und ihn illuminieren. Festbetrieb bis spät in die Kerbenächte (Musik bis 1 Uhr, Sperrstunde um 2 Uhr) macht die Beleuchtung nötig, die nicht nur schmücke sondern wirklich einen erhellenden Effekt habe, erklärt Schwarze-Elf-Vize Andreas Metz, ebenfalls einer der Helfer.

Lichterketten und Masten gehören dem Verein und lagern im den Platz flankierenden ehemaligen Amtsgebäude der Stadt. An Ersatzglühbirnen leidet der Verein übrigens keine Not, nach der Geschäftsaufgabe von Leuchten-Weiss habe man sich üppige Reserven angelegt, sagt Andreas Metz.

Kerbetreff seit 2011

Seit 44 Jahren hat die Schwarze Elf bei der Kerb den Bierausschank inne, die ersten 15 Jahre im Bierzelt, danach bis vor vier Jahren mit einem Bierdorf. 2011 folgte dann die Verschwisterung von Bier- und Weinwelt, von Verein und städtischem Kulturbetrieb, wurde der gemeinsame „Kerbetreff“ aus der Taufe gehoben.

Weil beim Aufbau Strom im Spiel ist und mehr als Glühbirnen ausgetauscht werden müssen, sind unter den Helfern zwei Hauptsachverständige in Sachen Elektrik dabei: Dieter Roth und Günter Gottwald, beides gelernte Elektriker. Roth, Bruder des Vorsitzenden Thomas Roth, hat seine Ausbildung bei Rheinelektra absolviert.

Der Mannheimer Konzern, den es mittlerweile nicht mehr gibt, hatte in der Taunusstraße seine Hauptniederlassung für das Rhein-Main-Gebiet und laut Roth in Rüsselsheim die Elektroinstallation für alle größeren Gebäude übernommen – vom Theater und Großsporthalle über die Schulen bis zum Hallenbad. Günter Gottwalds Lehrstätte war einige Nummern kleiner, das Unternehmen von Heinrich Möller in der Ludwigstraße (heute Waschbar). Möller war seinerzeit Elektriker, Schlosser und Spengler in einem.

Gegen 10 Uhr wurde am Dienstag der Strahlenkranz aus 16 Ketten am zentralen Mast, den ein grüner Kranz mit Bier- und Weinsymbolen krönend schmückt, nach oben gekurbelt. Da waren Mitarbeiter von Kultur 123 schon damit beschäftigt, die Bühne aufzubauen. Ihnen gingen die Helfer der Schwarzen Elf später zur Hand.

Am Nachmittag war der erste Akt des Aufbaus abgeschlossen und der Platz vorbereitet für den heutigen Einzug der sieben Winzer und ihrer Stände. Mit den Winzern beginnt auch Festwirt Markus Diestelkamp aus Mainz-Kastel mit dem Aufbau seiner Stände. Noch einmal anpacken für die Schwarze Elf heißt es schließlich am Donnerstagabend, wenn der Festwirt Tische und Bänke aufstellt.

Dann ist alles vorbereitet für die von Herold Karl-Heinz Eitel angeführte Eröffnungsschar, die am Freitag nach dem Rundgang über den Festplatz zum Kerbetreff strömt. Dort holt Oberbürgermeister Patrick Burghardt zum Fassanstich aus und entkorkt die Rheinhessische Weinkönigin Diana Mayer als önologisches Pendant eine Flasche.

Dass die Kerb in den Sommerferien liege, komme öfter vor, dass sie aber diesmal genau die Mitte einnehme, sei selten, sagt Metz. „Die einen kommen aus dem Urlaub, die anderen hauen ab – mal gucken, was das für den Zuspruch bedeutet“. (plu)

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