Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Auseinandersetzung vor einer Apotheke bei Frankfurt mit widersprüchlichen Aussagen: Der Bewertung der Polizei sollen zahlreiche Zeugen entgegenstehen.
+
Eine Auseinandersetzung vor einer Apotheke bei Frankfurt mit widersprüchlichen Aussagen: Der Bewertung der Polizei sollen zahlreiche Zeugen entgegenstehen. (Symbolbild)

Zahlreiche Zeugen

Polizei traktiert Apotheker vor eigenem Laden mit Schlagstöcken

  • Sebastian Richter
    VonSebastian Richter
    schließen

Auf dem Parkplatz einer Apotheke bei Frankfurt kontrolliert die Polizei Verkehrsteilnehmer. Der Apotheker will das verhindern – und landet auf der Wache.

Kelsterbach – Ein Video einer Auseinandersetzung zwischen Polizei und einem Apotheker aus Kelsterbach nahe Frankfurt* sorgt im Netz für Furore. Darin ist ein handfester Streit zwischen einem Mann und zwei Polizeibeamten auf einem Parkplatz zu sehen. Die Polizisten traktieren den Mann mit Schlagstöcken und versuchen, ihn zu Fall zu bringen. Der Mann – Inhaber einer Apotheke, auf dessen Parkplatz sich der Streit austrug – wehrt sich.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 20. September. In der kurz darauf erschienen Polizeimeldung schreibt das Polizeipräsidium Südhessen, dass ein „35-Jähriger nach Widerstand vorläufig festgenommen“ wurde. Er soll eine Polizeikontrolle gestört haben. „Mit erhobenen Armen kam er laut brüllend auf die Streife zu und forderte, sofort den Parkplatz zu verlassen“, heißt es in der Meldung. Die Beamten entschlossen sich zu einer Überprüfung des Mannes, der die Apotheke betreibt, zu der der Parkplatz gehört. Die Überprüfung eskalierte: Laut dem Bericht der Polizei Südhessen soll der 35-Jährige sich gegen die Maßnahmen gewehrt und einen der Beamten „leicht im Gesicht“ verletzt haben. Später wurde er auf die Wache mitgenommen und Strafanzeige gegen ihn erstattet.

Kelsterbach: Apotheker widerspricht Polizei

Jetzt äußert sich der Apotheker aus der Nähe von Frankfurt selbst zu den Vorwürfen – und stellt den Vorfall ganz anders dar als die Polizei. Sein Name ist Dr. Okan Osman-Oglou. Er habe beobachtet, wie die Polizei seinen privaten Parkplatz für Kontrollen nutzte, so Osman-Oglou gegenüber der Apotheker-Website Apotheke Adhoc, die sich hauptsächlich Themen rund um das Gesundheitswesen widmet. Unter den Kontrollierten befanden sich auch Kunden und ein Lieferant der Apotheke. Nach eigener Aussage wollte Osman-Oglou nur sein Hausrecht durchsetzen. Er wollte damit verhindern, dass die Polizei seine Parkplätze blockiere.

Dabei blieb er selbst freundlich, wie er Apotheke Adhoc sagte. Zeugen könnten dies bezeugen. Trotzdem änderte sich die Stimmung rasant. „Ich bin herausgegangen und habe die Polizisten darauf hingewiesen, dass ich nicht möchte, dass sie diese Kontrollen unangekündigt auf meinem Privatparkplatz machen“, so Osman-Oglou. Einer der Beamten war gerade nach Aussage Osman-Oglous damit beschäftigt, einen der Apotheken-Kunden wegen eines Gurtverstoßes im Straßenverkehr abzukassieren. Er soll sofort aggressiv reagiert und Osman-Oglou angebrüllt haben.

Eskalation vor Apotheke bei Frankfurt: War es Polizeigewalt?

Osman-Oglou solle sich ausweisen, forderten die Polizisten. Der Apotheker aus der Nähe von Frankfurt habe aber keinen Ausweis dabei gehabt, da er zuvor im Geschäft verkauft habe. Die Situation eskalierte weiter: Osman-Oglou sollte sich auf den Boden legen – er weigerte sich. „Ich kann mir nicht erklären, warum ich plötzlich wie ein Schwerverbrecher vor meiner Apotheke behandelt wurde“, so Osman-Oglou gegenüber der Bild. Die Polizisten begannen aufgrund der Weigerung Osman-Oglous, mit einem Schlagstock auf ihn einzuschlagen. Schließlich wurde der Apotheker mit auf die Wache genommen; für kurze Zeit, dann war er wieder auf freiem Fuß. Am nächsten Tag ließ er sich laut Apotheke Adhoc im Krankenhaus untersuchen. Ein Arzt attestiert ihm Prellungen und Ödeme.

Jetzt steht der Vorwurf der Polizeigewalt im Raum. In der Region rund um Frankfurt sieht sich die Polizei öfter in der Kritik*. Gleichzeitig gibt es immer wieder Fälle von Gewalt gegen die Polizei selbst. So bei einem Vorfall in Kelsterbach, bei dem ein halbnackter Mann Gegenstände über den Balkon* auf Passanten warf. Als die Polizei eintraf, eskalierte die Situation.

Bei Frankfurt: Zeugen decken Aussage von Apotheker – Fall wird vor Gericht landen

Auch der Verkehrsteilnehmer, der kurz vor dem Vorfall kontrolliert wurde, widerspricht der Darstellung der Polizei. Osman-Oglou sei nicht provokant aufgetreten und habe seinen Wunsch „in einer ganz normalen, sachlichen und eher freundlichen Form vorgetragen“, so der Zeuge gegenüber Apotheke Adhoc. Und er ist nicht der einzige, der den Vorfall beobachtete: 15 bis 20 Personen sollen die Sichtweise des Apothekers bezeugen können. Sieben haben demnach bereits als Zeugen ausgesagt und unterschrieben, dass die Darstellung im Polizeibericht so nicht stimme.

Beide Seiten haben inzwischen Strafanzeige gestellt. Die Polizeibeamten wegen des Verdachts des Widerstandes, Osman-Oglou wegen Körperverletzung im Amt. Der nun folgende Rechtsstreit könnte sich über Jahre ziehen. (spr) *fnp.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion