1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Kreis Groß-Gerau
  4. Kelsterbach

Kelsterbach: Glücksspiel in Kiosk endet beinahe tödlich

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Joachim

Kommentare

Zum Auftakt des Prozesses tagte die elfte Strafkammer des Landgerichts im alten Schwurgerichtssaal im Gebäude A des Darmstädter Justizkomplexes am Mathildenplatz.
Zum Auftakt des Prozesses tagte die elfte Strafkammer des Landgerichts im alten Schwurgerichtssaal im Gebäude A des Darmstädter Justizkomplexes am Mathildenplatz. © Jens Joachim

Vor dem Landgericht Darmstadt hat ein Prozess gegen drei Männer wegen des Verdachts auf versuchten Mord begonnen. Sie sollen einen 57-Jährigen brutal zusammengeschlagen haben.

Gegen drei Männer aus Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim hat am Montag vor der elften großen Strafkammer des Landgerichts Darmstadt ein Prozess wegen des Verdachts des versuchten Mordes begonnen.

Die Darmstädter Staatsanwaltschaft hat die drei Männer im Alter von 37, 39 und 46 Jahren angeklagt, einen 57-Jährigen brutal zusammengeschlagen zu haben. Das Opfer erlitt bei der Attacke einen Jochbeinbruch, mehrere Frakturen am Ober- und Unterkiefer, musste intubiert und beatmet werden und benötigte zudem eine Bluttransfusion.

Versuchter Mord in Kelsterbach: Drei Männer stehen in Darmstadt vor Gericht

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll einer der mutmaßlichen Täter, ein 39-jähriger Kelsterbacher, das spätere Opfer am Freitag, 4. Februar, angerufen und diesen gefragt haben, ob er Lust habe, an einem Glücksspiel, dem Würfelspiel Barbut, teilzunehmen. Der Geschädigte soll eingewilligt haben und daraufhin mit 70 000 Euro Bargeld nach Kelsterbach gefahren sein. Gespielt wurde offenbar im Hinterzimmer eines „Späti“-Kiosks.

Laut dem Vertreter der Anklagebehörde soll der Geschädigte bei dem Glücksspiel in der Nacht zum 5. Februar 88 000 Euro gewonnen haben, was den anderen Männern aber missfallen habe. Daraufhin sollen der angeklagte Kelsterbacher, ein 46-jähriger Raunheimer und ein 37-jähriger Rüsselsheimer beschlossen haben, dem Geschädigten das Geld wieder wegzunehmen.

Kelsterbach: Mann wird nach Glücksspiel brutal zusammengeschlagen

Laut Staatsanwaltschaft soll der Geschädigte, nachdem er sich geweigert habe, das Geld freiwillig herauszugeben, geschlagen worden sein. Auf einem Parkplatz am Kleinen Kornweg in Kelsterbach wurde er dann derart massiv getreten und geschlagen, dass er lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Der Geschädigte, der am Montag zwar aussagte, aber frühere Angaben bei der Polizei relativierte, soll noch heute unter den Folgen der Tat leiden.

Dem angeklagten 37-jährigen Rüsselsheimer wirft die Staatsanwaltschaft zudem vor, am 21. Mai diesen Jahres in einer Bar in Rüsselsheim eine andere Person unvermittelt geschlagen zu haben und bei seiner Festnahme unter Alkoholeinfluss Polizisten bedroht und einen Beamten in den rechten Oberschenkel gebissen zu haben.

Während der Kelsterbacher und der Rüsselsheimer zunächst keine Angaben zur Person und zu den Vorhaltungen der Staatsanwaltschaft machten, ließ der Raunheimer über seinen Anwalt mitteilen, er bestreite die Vorwürfe. Das Gericht hat zunächst bis Ende des Jahres fünf weitere Verhandlungstage angesetzt.

Update vom Mittwoch, 4. Januar 2023: Staatsanwalt Friedrich Mockenhaupt hat am Mittwoch, 4. Januar 2022, vor Gericht dafür plädiert, zwei der drei Angeklagten freizusprechen und ihnen Entschädigungen für eine mehrmonatige ungerechtfertigte Untersuchungshaft zu zahlen. Die Verteidiger der beiden offenbar zu Unrecht angeklagten Männer machten indes dem Hauptermittlungsführer bei der Kelsterbacher Polizei in ihren Plädoyers schwere Vorwürfe.

Update vom Dienstag, 17. Januar 2023: Fast sieben Jahre Haft für „Milieutat“ in Kelsterbach - Die elfte Strafkammer des Landgerichts Darmstadt hat den Angeklagten Rüsselsheimer am Dienstag, 17. Januar, zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt. Die beiden Angeklagten aus Kelsterbach und Raunheim wurden freigesprochen.

Auch interessant

Kommentare