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Flagge gezeigt hat Rüsselsheim gegen eine NPD-Kundgebung.
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Flagge gezeigt hat Rüsselsheim gegen eine NPD-Kundgebung.

Rüsselsheim Protest gegen NPD

Kein Platz für dumpfe Parolen

Viele Demonstraten versammeln sich in Rüsselsheim, um gegen die rechtsextreme NPD zu protestieren. Die Rechtsextremen sagen daraufhin ihre Wahlkampfveranstaltung ab.

Schon früh am Montagvormittag rollten die ersten Polizeifahrzeuge durch das Opel-Hauptportal. In einer früheren Werkshalle hinter dem Tor hatte die Polizei ihre Kommandozentrale eingerichtet. Ihre Aufgabe: Das Aufeinandertreffen von NPD-Anhängern und Gegendemonstranten zu verhindern. Auf dem Rüsselsheimer Bahnhofsvorplatz wurde mit Absperrgittern ein kleines Viereck gebaut. In diesem Viereck sollte die NPD auftreten. Gut abgeschirmt von den Gegendemonstranten, die auf der anderen Seite des Bahnhofsplatzes ihren Lautsprecherwagen in Position brachten. Bereits gegen 9 Uhr verstärkte sich die Polizeipräsenz rund um den Bahnhof. Die Bahnsteige waren im Visier der Ordnungsmacht, ebenso die benachbarte Fußgängerunterführung. Absperrgitter wurden nun auch auf den Zufahrtsstraßen zum Bahnhofsvorplatz aufgestellt. Die Polizei zeigte massiv Präsenz, verwundert beäugt von zahlreichen Passanten, die offenbar gar nicht wussten, warum sie plötzlich von Polizisten umgeben waren.

Dienstfrei für die Gegendemo

Derweil kamen immer mehr Gegendemonstranten zum Bahnhof. Oberbürgermeister Patrick Burghard (CDU) hatte seinen Mitarbeitern für die Teilnahme an der Gegendemonstration Dienstbefreiung erteilt, ebenso die städtische Wohnungsbaugesellschaft, deren Bürogebäude direkt am Bahnhof steht. Aus dem Opel-Werk kamen zahlreiche Betriebsratsmitglieder, um ihre Solidarität zu zeigen. Unter den Gegendemonstranten wurde auch der frühere Opel-Betriebsratschef Klaus Franz gesichtet, ebenso Landtags- und Bundestagskandidaten aller Parteien sowie aktuelle und ehemalige Rüsselsheimer Kommunalpolitiker.

Eine kleine Gruppe jugendlicher Antifaschisten hatte es sich auf dem Sockel des Denkmals von Adam Opel bequem gemacht. Nachdem Oberbürgermeister Patrick Burghardt mit seinem Ziel, die NPD-Kundgebung in Rüsselsheim wegen nicht absehbarer Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung verbieten zu lassen, vor Gericht gescheitert war, gelang es ihm gemeinsam mit den Rüsselsheimer Kirchengemeinden, dem Ausländerbeirat und trotz des Wahlkampfes auch mit Unterstützung quer durch alle Parteien eine Gegendemonstration auf die Beine zu stellen. Die starke Präsenz der Gegendemonstranten verhinderte wohl letzendlich, dass die Nationalsozialisten mit ihren dumpfen Parolen wie „Geld für die Oma statt für Sinti und Roma“ überhaupt erst anrollten. Vermutlich wurden sie von Gesinnungsgenossen über die Ereignisse vor dem Rüsselsheimer Bahnhof informiert. Vor einem Zeitschriftenladen am Bahnhof saß ein junger Mann, der permanent sein Handy am Ohr und das Treiben auf dem Bahnhofsplatz im Visier hatte.

Starke Polizeipräsenz

Kurz vor Veranstaltungsbeginn ging ein erster Anruf der NPD beim Ordnungsamt ein. Man werde sich wegen „logistischer Probleme“ verspäten, teilte ein NPD-Sprecher mit. Glaubten die Demonstranten zunächst noch, die „logistischen Probleme“ seien von der NPD in der Hoffnung vorgeschoben worden, dass die Gegendemonstranten das Areal bald wieder verlassen würden und sie dann ungestört ihre Kundgebung abhalten könnten, ging kurz vor 11 Uhr beim Ordnungsamt ein zweiter Anruf ein. Man ziehe den Antrag auf eine Wahlkampfveranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz zurück, hieß es in diesem Gespräch lapidar. Zuvor sickerte bereits durch, die NPD habe auch eine für den Abend geplante Veranstaltung in Mainz abgesagt. Die Absage der NPD wurde von den Demonstranten mit viel Beifall aufgenommen. Der Oberbürgermeister freute sich über diesen Erfolg. Rüsselsheim habe gezeigt, dass Fremdenfeindlichkeit in der Stadt keinen Platz habe und rechtsradikale Hetze verhindert werden könne, wenn alle zusammenstünden. (hde)

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