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Diese Kaninchen wurden an einer Haltestelle ausgesetzt.

Pfungstadt

Wer alt ist, kommt ins Heim

Im Tierasyl werden derzeit viele betagte Katzen und Hunde abgegeben.

Auffallend viele alte und kranke Fundtiere, ausgelastetes Pensionsangebot, und manch eher ungewöhnlicher Sommergast – das ist die aktuelle Lage in den Ferienwochen bei den Tierhilfeeinrichtungen.

Beispiel Pfungstadt: Vor zwei Wochen ist eine Igelmama mit ihren sechs nur wenige Tage alten Kindern ins Tierheim eingezogen. Mitleidige Menschen hatten die kleine Familie gefunden und hergebracht. „Wir helfen bei der Aufzucht der Kleinen und wildern Mutter und Kinder in etwa drei Wochen wieder aus“, erklärt Kirsten Wagner, die Leiterin des Tierheims an der Pfungstädter Raststättenzufahrt.

Halter fürchten wohl Kosten

Auch zwei Kaninchen mit schwarzweißem Fell haben auf einem Umweg ins Tierheim gefunden. Unbekannte haben sie in einer Katzenbox an der Bushaltestelle an einem Crumstädter Einkaufsmarkt abgestellt – wohl in der Hoffnung, dass jemand sie findet und für sie sorgt. Ihr Finder gab sie im Tierheim ab, nun warten die beiden putzigen Tiere auf neue Besitzer.

Die meisten der rund 20 Katzen im Heim leben derzeit in Quarantäne, weil sie erst vor kurzem entweder auf Bauernhöfen gefunden wurden oder weil man sie in ihren Körbchen dem Tierheim vor die Tür gestellt hat. Einige der gefundenen Katzen konnten schon vermittelt werden, andere warten noch die Zeit in der Quarantäne ab, bis sie aus dem Heim ausziehen können.

„Es ist auffallend, wie viele ältere und kranke Katzen in schlechtem Gesamtzustand derzeit als Fundtiere zu uns kommen“, sagt die stellvertretende Pfungstädter Tierheimleiterin Lisa Geißler, die sich vor allem um das Katzenhaus kümmert. Offenbar fürchteten die Besitzer die Tierarztkosten, wenn ihr altes und krankes Tier behandelt werden muss.

Seit einigen Jahren beobachten die Mitarbeiter des Tierheims noch ein anderes Phänomen: Immer wieder werden gepflegte Perserkatzen unterschiedlichen Alters in sauberen Körben ausgesetzt. „Wir vermuten hinter den Haltern der Katzen eine Perserzucht, die ihre Tiere, die sie entweder nicht mehr braucht oder die ihr unverkäuflich erscheinen, auf diesem Weg entsorgt“, sagt Tierheimleiterin Wagner.

Der Platz wird knapp

Auch bei den Hunden häufen sich die Fälle, dass alte oder kranke Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden. „Wir hatten eine Havaneser-Mixhündin mit einer Futtermittelallergie, die wir erst testen und wegen einer Ohrenentzündung behandeln ließen“, sagt die Tierheimleiterin. Im Heim sind derzeit 20 Hunde, darunter auch Pensionstiere.

Derzeit nimmt Wagner keine neuen Pensionäre auf, weil bereits Abgabehunde auf einer Warteliste stehen wie Foxterrier, Rottweiler und Labrador, die das Heim aufnehmen muss, weil ihre Halter schwer krank sind oder sich aus anderen Gründen nicht mehr um sie kümmern können. Einen Labrador, der seit einem Jahr in Pension im Heim lebt, will Wagner nun vermitteln. (eda)

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