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Torsten Hotz (links) setzt sich für Paktezusteller Helmut Becker ein.
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Torsten Hotz (links) setzt sich für Paktezusteller Helmut Becker ein.

Büttelborn

Ein Ort kämpft um seinen Paketboten

Worfelder sammeln Unterschriften gegen die Versetzung von Helmut Becker nach Mörfelden.

Eine Gemeine kämpft für ihren Pakteboten: „Die Tausendermarke ist schon geknackt, aber wir rechnen mit etwa 2000 Unterschriften“, erklärt Torsten Hotz. Hotz ist Initiator einer Unterschriftenaktion für den Verbleib von Paketzusteller Helmut Becker in Worfelden. Er hat unter dem Stichwort „DHL wir wollen Helmut behalten“ auch eine Facebook-Seite angelegt, auf der ebenfalls mehrere Hundert Personen für Beckers Verbleib votiert haben.

Hotz setzt sich für Becker ein, weil er ihn seit seiner Kindheit kennt. Er lobt ihn wegen seiner Zuverlässigkeit und Freundlichkeit. „Wenn ich als Rollstuhlfahrer mal nicht so schnell an der Tür bin, kann ich mich drauf verlassen, dass Helmut wartet, bis ich aufmache“, sagt er. Zusteller anderer Unternehmen seien nach einem kurzen Klingeln meist längst wieder weitergefahren, so Hotz.

Zustellbezirke neu zugeschnitten und eingeteilt

Auch Helmut Becker selbst ist unglücklich über seine baldige Versetzung. Weil die Post betriebsintern umstrukturiert und ihr Tochterunternehmen Delivery Teile der Zustellung übernimmt, werden die Zustellbezirke neu aufgeteilt. Becker wird ab August in Mörfelden eingesetzt, wo es seit 2014 keinen festen Zusteller mehr gibt.

Der 56-jährige Beamte, der seit 41 Jahren bei der Post tätig ist, versteht nicht, weshalb nicht einer der neuen Zusteller in Mörfelden eingesetzt werden kann. Denn dass er nach 28 Jahren Worfelden verlassen muss, bedauert Becker sehr. Er kenne die meisten Familien und wisse, wo er Pakete in deren Abwesenheit ablegen kann. „Dieses Vertrauen aufzubauen hat zehn Jahre gedauert und wird jetzt mit einem Schlag kaputtgemacht“, sagt er.

Wegen zweistelliger Zuwachsraten im Paketgeschäft durch den Internethandel seien die bisherigen Bezirke zu groß, informiert Post-Pressesprecher Stefan Heß. Dies habe dazu geführt, dass die Zustellbezirke neu zugeschnitten und eingeteilt werden mussten – mit der Folge, dass Becker ab Anfang August im Zustellbezirk Mörfelden tätig sein wird. „Helmut Becker macht einen super Job, das zeigen alle Qualitätsdaten. Aber es kann trotzdem keine Garantie geben, dass er nicht in einen anderen Bezirk wechseln muss“, so Heß.

Der Post-Pressesprecher geht davon aus, dass ein neuer Zusteller nach seiner Einarbeitung die Tätigkeit ebenso gut verrichten könne, zumal keine Vertretungskraft Becker ersetzen wird, sondern ein Stammzusteller. „Am Anfang ist es immer so, dass dies keinen Beifall findet. Wenn man dem Mann eine faire Chance gibt, wird er sicher gute Arbeit abliefern“, erklärt Heß. Im hart umkämpften Markt der Paketzulieferer müsse sich die Post gegen Tochterunternehmen großer Konzerne behaupten und ihr Paketgeschäft verteidigen. Vor Kurzem seien bei der Post in Frankfurt 250 neue Paketzusteller eingestellt worden, um den Paketzuwachs zu bewältigen.

Die neuen Zusteller sind jedoch nicht bei der Deutschen Post angestellt, sondern in der Tochterfirma Delivery. „Wir bewegen uns auf einem Markt, auf dem überlegt wird, überhaupt Mindestlohn zu zahlen“, sagt Stefan Heß darüber, dass die Delivery-Zusteller durchschnittlich vier Euro pro Stunde weniger verdienen als die Zusteller der Post. Die Delivery-Löhne seien doppelt so hoch wie die von Mitbewerbern betonte Heß und wies darauf hin, dass die Löhne regional flexibel seien und sich an den jeweiligen Lebenshaltungskosten orientierten. (eda)

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