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Kreis Gross-Gerau

Die Jugend im Blick

Hauptkommissarin Christina Müller beobachtet die Entwicklung der Jugendkriminalität im Kreis Groß-Gerau. In Fällen, die ein polizeiliches Eingreifen erfordern, setzt sie sich mit den zuständigen Jugendsachbearbeitern der Polizei in Verbindung.

Jugendkriminalität hat die Polizei besonders im Blick. Heranwachsende, in ihrer Persönlichkeit also noch nicht gefestigte Menschen, sollen davor bewahrt werden, auf die schiefe Bahn zu geraten. Um diese Präventionsarbeit kümmern sich die Jugendkoordinatoren, die es bei der hessischen Polizei seit rund zwei Jahrzehnten gibt. Eine von ihnen ist Christina Müller von der Polizeidirektion Groß-Gerau in Rüsselsheim, für den Kreis Groß-Gerau zuständige Jugendkoordinatorin.

Die Aufgabe der 46 Jahre alten Polizeihauptkommissarin ist es, die Entwicklung der Jugendkriminalität im Kreis Groß-Gerau zu beobachten. In Fällen, die ein polizeiliches Eingreifen erfordern, setzt sich Christina Müller mit den zuständigen Jugendsachbearbeitern der Polizei in Verbindung. Es gelte dabei abzuklären, welche Maßnahmen bereits eingeleitet worden seien, ob diese ausreichen oder ob Unterstützung aus anderen Dienststellen erforderlich sei. Auch mit der Abteilung Einsatz, zu deren vier Stabsbereichen ebenfalls die Prävention gehört, steht Christina Müller im ständigen Dialog, um über deren Aktivitäten und Angebote informiert zu sein.

Diese Stabsstelle erarbeitet Präventionsmaßnahmen und -strategien, zudem bietet sie Beratungs- und Vortragsangebote für unterschiedliche Zielgruppen an.

Vernetzt mit Institutionen

Darüber hinaus ist Christina Müller vernetzt mit Institutionen, die mit Jugendarbeit und Prävention zu tun haben – beispielsweise mit Beratungsstellen und anderen Hilfeeinrichtungen sowie mit Jugendämtern, aber auch mit der Staatsanwaltschaft. All dies mit dem Ziel, in Sachen Prävention bestmöglich aufgestellt zu sein.

Wie ist die Situation der Jugendkriminalität im Kreis Groß-Gerau? „Im Moment haben wir keine besorgniserregenden Entwicklungen“, sagt die Jugendkoordinatorin.

Jugendkriminalität sei zum Großteil episodenhaft: „Ganz viele Jugendliche werden in ihrer Entwicklung irgendwann einmal polizeilich auffällig.“ Dabei handele es sich vor allem um Sachbeschädigungen und kleinere Diebstahlsdelikte. Die hessische Polizei nennt dazu Ergebnisse aus der kriminologischen Forschung. Demnach begehen etwa 80 Prozent aller jungen Menschen im Laufe des Heranwachsens mindestens eine Straftat: „Ohne große Planung, häufig aus einer besonderen Gruppendynamik heraus, werden Dinge getan, über deren Tragweite sich die jungen Täter nicht im Klaren sind.“

Präventiv arbeiten

Rund zwei Drittel dieser Taten würden nicht bekannt, und keine Institution ahnde diese Verfehlungen. Trotzdem werde den Tätern ihr Fehlverhalten bewusst und sie lernten, dass sich das nicht wiederholen dürfe.

In den polizeilichen Fokus rücken Jugendliche laut Christina Müller dann, wenn sie zu Intensivtätern zu werden drohen. Also wenn sie wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt gerieten – und ihre Straftaten vielleicht sogar an Intensität zunehmen. „Dann müssen wir diesen jungen Menschen so schnell wie möglich, solange er noch formbar ist, von diesem kriminellen Weg abbringen“, erklärt die Jugendkoordinatorin.

In Hessen gebe es Polizeieinheiten, die sich sowohl präventiv als auch repressiv mit dieser Zielgruppe beschäftigten: die „Basu 21“ (besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren).

Aufgabe dieser Sachbearbeiter sei es, mit den Jugendlichen eine Perspektive aus der Kriminalität zu entwickeln. Dies geschehe in Netzwerkarbeit gemeinsam mit Jugendamt, Staatsanwaltschaft, Schule und zum Teil auch Elternhaus.

Kontakt zur Jugendkoordinatorin über Polizeidirektion Groß-Gerau, Eisenstraße 60 in Rüsselsheim, Telefon 06142/696140, E-Mail PD-GG.PPSH@polizei.hessen.de. (dirk)

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