Mörfelden-Walldorf

Herbstfeuer vor dem Erlöschen

Die Verfechter einer respektvollen, innerstädtischen Wohnform für Senioren stehen vor einem Scherbenhaufen: Herbstfeuer droht zu erlöschen.

Sie wollten neue Wege gehen: Im Verein Herbstfeuer haben Menschen zwischen Ende 50 und Ende 80 seit 2010 die Lebensphase des Alters mit Würde und in neuer Form zu planen versucht. Kein Altenghetto, sondern eine Wohngemeinschaft in einem gemeinsamen Haus mit kleinen, behinderten- und altengerechten Wohneinheiten war das Ziel. Doch jetzt stehen die Verfechter einer respektvollen, innerstädtischen Wohnform für Senioren vor einem Scherbenhaufen: Herbstfeuer droht zu erlöschen.

„Die Hiobsbotschaft über das Scheitern eines Projektes, das wir seit zwei Jahren gemeinsam mit Bürgermeister Heinz-Peter Becker, Investor und Architekt im Blick hatten, erreichte uns vor wenigen Wochen“, sagt Udo Thiel vom Vorstand des Vereins. Er berichtet, dass man 2012 Hoffnung hatte, im Baugebiet Am Walldorfer Weg ein geeignetes Haus mit 55 bis 70 Quadratmeter-Wohnungen sowie eventuell einem Gemeinschaftsbereich gefunden zu haben. Nun aber kam der Knock-out: „Wir waren in unseren Plänen weit gekommen, als die Frage der Stellplätze in der Tiefgarage zum Problem wurde.“ Kurz: Zwei Investoren stellten sich vor, hatten die Auflage, die Vorstellungen von Herbstfeuer zu berücksichtigen, machten indes andere Pläne – für 18 sehr viel größere Wohnungen im genannten Bauobjekt.

Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Becker lag auch die Frage auf dem Tisch, ob es nicht möglich wäre, eine Sondergenehmigung zur Lösung der Parksituation zu bekommen. Der letzte Stand der Dinge: „Bürgermeister Becker sagte, er habe ein weiteres Objekt im Auge, das eventuell infrage komme. Auf Bitte des Bürgermeisters warten wir bis Oktober. Vielleicht tut sich noch was. Aber einige haben die Flinte schon ins Korn geworfen, sind ausgetreten“, so Thiel. (lot)

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