Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mehr als 600 Streifen hat der Filmfreak schon gezeigt.
+
Mehr als 600 Streifen hat der Filmfreak schon gezeigt.

Groß-Gerau

Für die große Leinwand

Karl-Heinz Schwab wählt seit 33 Jahren Filme fürs Kommunale Kino aus. Mehr als 600 Streifen hat der passionierte Filmfan schon gezeigt.

Das Kommunale Kino will ein ausgewogenes, attraktives Filmprogramm für alle Bürger, alle Schichten, alle Altersgrenzen anbieten.“ Damit bewarb die Volkshochschule (VHS) Groß-Gerau ihre neueste Einrichtung im Programmheft 1978/79.

Die Ankündigungen lassen von Anfang an ganz großes Kinoerlebnis vermuten. Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta würden zur Filmvorführung mit anschließender Diskussionsrunde ins Lichtspielhaus kommen, hieß es vor 33 Jahren, als das Kommunale Kino vom Magistrat der Kreisstadt, der VHS Groß-Gerau, dem VHS-Freundeskreis und dem Ortskartell des Deutschen Gewerkschaftsbunds gegründet wurde.

Die beiden Filmemacher haben sich zwar bis heute nicht blicken lassen. Dem Kommunalen Kino hat das dennoch nicht geschadet. Rund 600 Filme hat Karl-Heinz Schwab inzwischen gezeigt – und der frühere VHS-Leiter hat nicht vor, so bald damit aufzuhören. Bei einem Berlinale-Besuch kam ihm die Idee, ausgewählte Filme für die Groß-Gerauer anzubieten. Anfangs sei es schwierig gewesen, die Leute auch für Programmkino zu begeistern, erinnert sich Schwab. Noch heute ist er für die Filmvorführungen verantwortlich.Im Programm sind „Filme aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Filmgeschichte mit Funktion der Unterhaltung und Entspannung am Feierabend“. So steht es in der vergilbten Broschüre von 1978 – und das gilt auch heute noch. Französische Tragikomödien für ein ausgewähltes Publikum haben genauso wie Hollywood-Schinken für die breite Masse ihren Platz im Angebot. Unabhängig vom Genre steht eines für Schwab fest: „Der Film gehört auf die große Leinwand.“ Denn nur dort entfalte er seine Wirkung.

Es dürfen nicht nur schwierige und kritische Werke sein, betont der Filmfreak, als der sich Karl-Heinz Schwab selbst bezeichnet. Der Film ist für ihn sogar das demokratischste aller Medien, weil es jeden erreichen könne. Deshalb versucht er, sich nach den Wünschen der Zuschauer und auch nach seinem eigenen Geschmack zu richten, dabei aber der Filmauswahl einen eigenen Charakter zu verleihen.

„Das Schöne am Kommunalen Kino ist die Programmvielfalt“, sagt Anja Wenz, die Inhaberin des Lichtspielhauses. Schwab sehe sich vorab fast alle Filme an und liege mit seinem Angebot meistens richtig, lobt die Kinochefin.

Er selbst kann sich an ein paar wenige Fehlgriffe erinnern, darunter ein koreanischer Film vor einigen Jahren, den er keiner Qualitätskontrolle unterzogen hatte. „Da bin ich auf die Filmkritiker reingefallen“, gibt Schwab zu. Und mit Stummfilmen habe er schlechte Erfahrungen gemacht – trotz Live-Musik zur Begleitung.

In solchen Fällen bekommt er direkte Rückmeldung von den Kinobesuchern. Viele sind Stammgäste. Wer dienstagabends im Foyer des Kinos wartet, bevor um 17.45 oder um 20.15 Uhr die Vorführung beginnt, merkt das sofort: Die Kinogänger unterhalten sich über den Film vor ein paar Wochen, loben oder kritisieren das Programm.

Vier Euro kostet die Karte im Kommunalen Kino, das von der Stadt und dem VHS-Freundeskreis finanziell getragen wird. Derzeit ist die Filmreihe „Lebensirritationen“ vom Bündnis gegen Depression, der Hospizgruppe Riedstadt und dem Netzwerk Demenz zu sehen. Im Mai folgen in Zusammenarbeit mit der Kreis-Volkshochschule Filme zum Thema Armut. Auch darum geht es Karl-Heinz Schwab beim Kommunalen Kino: „Wir sind offen für alle, die das Medium Film für Aufklärung nutzen wollen.“ (mirk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare