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Wasserlachen soll es künftig auf dem ehemaligen Südzuckerareal nicht mehr geben.

Südzucker in Groß-Gerau

Südzuckerareal wird entwässert

Das ehemalige Südzuckergelände soll entwässert werden.Mit Hilfe einer 12000 Quadratmeter großen Sickermulde soll das Regenwasser aufgenommen werden. Auf dem Arenal sollen Wohnungen, Gewerbe und Grünflächen einen Platz finden.

Im Planungs-, Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss wurde am Mittwoch der Offenlegungsbeschluss zum Bebauungsplan „Ehemaliges Südzuckergelände“ einstimmig angenommen. Zuvor wurden in der Sitzung im Historischen Rathaus einige Fragen geklärt, die in der bisherigen Diskussion aufgekommen waren.

So informierte Michael Reitzel vom Ingenieurbüro IBR über die vorgesehene Entwässerung des 27 Hektar großen Geländes, auf dem Gewerbe, Wohnungsbau und Grünflächen entstehen sollen. Grundlage für die Pläne seien Daten des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie, die auch über die Grundwasserstände Auskunft geben.

Der Grundwasserpegel schwankt über die Monate und Jahre. Normalerweise werde ein Mittelwert aus dem höchsten und dem niedrigsten Stand als Basis für die Pläne gewählt. In diesem Fall sei aber vorsichtshalber der höchste Stand als Bemessungsgrundwasserpegel (86,5 Meter über Normalnull NN) genommen worden, so Reitzel. Die Böden der Gewerbehallenböden würden bei 88,75 Meter über NN aufgesetzt.

Regenwasser von den Dachflächen mehrerer am Rand des Gebiets gelegenen Hallen soll in einer Mulde auf der Grünfläche versickern. Diese Sickermulde wird 12 000 Quadratmeter groß und etwa einen halben Meter tief sein. Unter den inneren Gebäudeblöcken soll der Niederschlag in Gitterboxen unter den Bauten versickern können. Wasser von den Verkehrsflächen zwischen den Gebäuden wird in einem Kanal gesammelt, bei Bedarf rückgehalten und nach Abfluss durch einen Schmutzabscheider in den Mühlbach geleitet.

Das angrenzende Wohngebiet ist laut Reitzel für das Gesamtkonzept unerheblich, da Regenwasser im Mühlbach oder in der Mulde lande und problemlos abfließen oder versickern könne. Ausgehend von einem Regenereignis, wie es nur alle fünf Jahre vorkomme, sei eine mögliche Anstauhöhe von zehn Zentimetern in der Mulde vorgesehen.

Der Ingenieur wies darauf hin, dass sich die Wassermenge, die auf das derzeit unbefestigte Gelände falle, ja nicht ändere. Es werde lediglich konzentrierter an andere Stellen geleitet. Der Grundwasserkörper, der sich über das gesamte Ried erstrecke, werde von dieser verhältnismäßig kleinen Fläche nicht beeinflusst.

In der Ausschusssitzung nannte Bürgermeister Stefan Sauer (CDU) einige Punkte, die nach entsprechenden Fragen und Anregungen noch im Bebauungsplan geändert werden sollen. Zum Beispiel werde die maximal mögliche Höhe von Aufbauten auf den Gewerbehallen (zum Beispiel für Lüftung) von sechs auf dreieinhalb Meter reduziert, um die Auswirkungen auf die Umgebung zu minimieren.

Keine Gefahrguttransporte

Eingeschränkt werden sollen die Möglichkeiten für den Einzelhandel. Fachmärkte, deren Angebot nicht für die Innenstadt relevant sein dürfe (etwa Fliesenmärkte oder Teppichhandlungen), sollen nicht mehr als 800 Quadratmeter in einem Gebäude einnehmen. Bei den übrigen Unternehmen wolle man darauf achten, dass sie den Geschäften in der Innenstadt nicht schaden.

Einig waren sich die Fraktionen darin, dass Störfallbetriebe und Gefahrguttransporte im Gewerbegebiet durch eine entsprechende Formulierung ausgeschlossen werden sollen.

Die Grünen wenden sich weiterhin dagegen, dass durch die geplante Zufahrt West auf einen Parkplatz an der Mainzer Straße der Grüngürtel neben dem Gewerbegebiet zweimal unterbrochen wird. Sie regten an, die Feuerwehrnotzufahrt und die Mitarbeiterzufahrt zusammenzulegen – was laut Planungsbüro aber nicht möglich ist. Am Areal vorbei sollen zwei Fahrradwege führen. Die SPD machte den Vorschlag, eine direkte Anbindung des Wegs entlang der Bahntrasse an das Gewerbegebiet einzuplanen. Im Februar soll es eine Bürgerinformation zu den Plänen geben. eda

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