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Im Kreis Groß-Gerau gab es zu Beginn der Corona-Pandemie eines der ersten Test-Drive-in.
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Im Kreis Groß-Gerau gab es zu Beginn der Corona-Pandemie eines der ersten Test-Drive-in.

Infektionsketten

Corona im Kreis Groß-Gerau: Suche nach Grund für hohe Infektionsraten

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Der Kreis Groß-Gerau hat aktuell die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen. Vor Ort sucht man nach den Ursachen für die weiter hohen Corona-Infektionszahlen.

Der Kreis Groß-Gerau ist hessenweit der letzte rote Fleck auf der Corona-Karte: der einzige Landkreis mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 50. Mit 64,9 befindet sich der Kreis nicht nur weit über dem Hessendurchschnitt (28,2), sondern steht bundesweit an sechster Stelle aller kreisfreien Städte und Landkreise.

Vor allem in der einwohnerstärksten Stadt Rüsselsheim sind die Infektionszahlen weiterhin hoch. 156 aktive Fälle (78 mehr als vergangene Woche) meldete der Kreis am Montag, während es in anderen Kommunen des Kreises weniger als zwanzig, vielerorts weniger als zehn aktive Fälle gibt. „Dies ist kein neues Phänomen“, sagt Landrat Thomas Will (SPD) auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Es trete nur jetzt zutage, wo Zehnersprünge bei den Fallzahlen schon beachtenswert seien. Dennoch betreibe der Kreis Ursachenforschung und „beschäftigt sich schon lange mit dem heterogenen Bild von Infektionen“, so Will.

Corona im Kreis Groß-Gerau: Mobile Impfteams geplant

Hinweise gebe es, wie andernorts auch, dass dort, wo mehr Menschen auf engem Raum lebten, und dort, wo Migranten:innen in größeren Familienverbänden lebten, die Zahlen höher seien als etwa in ländlichen Gebieten. Um Genaueres herauszufinden, hat der Kreis Ergebnisse des Sozial- und Marktforschungsinstituts Sinus zu gesellschaftlichen Milieus auf den Kreis angewandt. Dabei sei herausgekommen, dass vor allem im hedonistischen Milieu mehr Infektionen stattfänden, sagt Will. Zudem lebten im Kreis überdurchschnittlich viele Angehörige dieses Milieus – nämlich 19 statt bundesweit durchschnittlich 15 Prozent. Menschen aus diesem Milieu charakterisiert das Institut als spaß- und erlebnisorientiert. Sie gehörten zur Unterschicht beziehungsweise zur unteren Mitte, lebten im Hier und Jetzt, seien unbekümmert und spontan; im Beruf häufig angepasst brächen sie aber gerne in der Freizeit aus den Zwängen des Alltags aus.

Um diese Klientel zu erreichen, plant der Kreis nun, mit mobilen Impfteams in die Bezirke vor Ort zu gehen. Man müsse niedrigschwellig agieren, um die Menschen zu erreichen, so Will. Doch leider fehle dafür der Impfstoff. Deswegen wolle der Kreis beim Land um Sonderimpfdosen bitten. „Schon 500 Dosen pro Woche zusätzlich wären hervorragend“, sagt Will. Derzeit würden im Kreis bis zu 800 Menschen in der Woche geimpft, auf 1800 könnte man hochfahren.

Zudem sei man im Dialog mit Moscheegemeinden, um bei Menschen mit Migrationshintergrund stärker für Impfungen zu werben, so Will. (Claudia Kabel)

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