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Archäologen dokumentieren die ausgegrabenen Überbleibsel aus der Römerzeit.
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Archäologen dokumentieren die ausgegrabenen Überbleibsel aus der Römerzeit.

Groß-Gerau

Römische Relikte in Groß-Gerau

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen erforscht noch bis MItte April in einem Groß-Gerauer Neubaugebiet eine antike Siedlung, die vor 1900 Jahren im Zusammenhang mit einem Militärlager entstand.

Im Groß-Gerauer Neubaugebiet „Auf Esch“ lässt die Außenstelle Darmstadt des Landesamts für Denkmalpflege Hessen seit Mitte Februar Teile einer römischen Siedlung (Vicus) archäologisch untersuchen. Nach Angaben der Landesbehörde handelt es sich dabei um die letzte größere Fläche, die bereits seit mehr als drei Jahrzehnten immer wieder bebaut worden ist.

Archäologen erforschen Reste einer römischen Siedlung in Groß-Gerau

Allein in den vergangenen fünf Jahren hat das Landesamt südwestlich der Groß-Gerauer Fasanerie zwischen den Straßen „Am Kastell“, „An der Römerbrücke“ und dem „Edith-Stein-Weg“ rund 6500 Quadratmeter der römischen Siedlung archäologisch erforscht, nachdem es bereits seit 1989 mehrere Grabungskampagnen gegeben hatte.

Die derzeit laufende Untersuchung wurde durch ein Neubauvorhaben erforderlich, weil in der Baugenehmigung die Auflage gemacht wurde, zu Beginn der Bauarbeiten das Areal zunächst archäologisch zu erforschen. Im Zuge der Ausgrabung sollen die noch im Boden befindlichen Strukturen freigelegt, fotografiert, gezeichnet und die vorhandenen Funde geborgen werden.

Römische Siedlung in Groß-Gerau: Funde in Brunnen und Müllgruben

Auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern wurden laut dem Bezirksarchäologen Thomas Becker bislang vier römische Grundstücke mit sogenannten Streifenhäusern nachgewiesen. Von den ursprünglich in Holzfachwerkbauweise errichteten Gebäuden seien allerdings nur Verfärbungen im Boden erhalten geblieben. Ausgegraben worden seien zudem ein Keller, sechs Brunnen und etliche Gruben, in denen Abfall entsorgt worden sei.

In den Brunnen und den Müllgruben fand das Grabungsteam Keramikscherben, Tierknochen, Münzen und Eisengegenstände, die Einblicke in das Alltagsleben und die Arbeit der Menschen vor 1900 Jahren geben. So konnten die Archäologen auch nachweisen, dass seinerzeit in einem der Häuser Buntmetall verarbeitet wurde.

Römer errichten vor 1900 Jahren erst ein Kastell und dann eine Siedlung

Die ersten Römer kamen um 70 nach unserer Zeitrechnung nach Groß-Gerau, um zwei Kilometer südlich des heutigen Stadtkerns im Bereich der heutigen Fasanerie ein Militärlager (Kastell) für etwa 500 Soldaten zu errichten. Kurz danach entstand auch die zum Kastell gehörende zivile Siedlung, deren Häuser bei der aktuellen Grabung teilweise nachgewiesen werden konnten.

Um das Jahr 115 zog das Militär dann allerdings ab, um ein neues Lager weiter östlich am Limes zu errichten. Die Siedlung existierte aber weiter und bildete den zentralen größeren Ort in der Besiedlung des Hessischen Rieds in römischer Zeit. Bis etwa zum Jahr 260 hatte diese Siedlung Bestand, bis auch sie von den Römern aufgegeben wurde.

Archäologische Grabungen in Groß-Gerau dauern noch bis Mitte April

Das derzeitige Untersuchungsgebiet zählt nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege zu der „flächenmäßig umfangreichsten untersuchten römischen Siedlung in Hessen“. Die archäologischen Ausgrabungen sollen planmäßig Mitte April beendet werden, damit das Neubauvorhaben wie geplant realisiert werden kann.

Keramikscherben, Tierknochen, Münzen und eiserne Gegenstände geben Einblick in das Alltagsleben der Menschen vor 1900 Jahren.

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