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Rodungen am Rüsselsheimer Dreieck: Ausbau-Stopp von A60 und A67 gefordert

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Von: Claudia Kabel

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Am Autobandreieck Rüsselsheim haben die Rodungsarbeiten begonnen.
Am Autobandreieck Rüsselsheim haben die Rodungsarbeiten begonnen. © Monika Müller

Mehrere Initiativen fordern, dass die Pläne zum sechsspurigen Ausbau von A 60 und A 67 im Kreis Groß-Gerau gestoppt werden. Am Rüsselsheimer Dreieck haben Baumfällungen begonnen.

Mit dem Beginn von Rodungsarbeiten am Rüsselsheimer Dreieck haben vergangene Woche die Vorbereitungen für die Erneuerung von drei Brücken und die geplante Rampenverlegung am Rüsselsheimer Dreieck begonnen. Wie die Autobahn GmbH des Bundes mitteilte, sind die Brückenarbeiten ab August geplant. Gleichzeitig ist auch eine Verbreiterung der Autobahnen 60 und 67 von vier auf sechs Fahrspuren vorgesehen.

Indes hat sich ein breites Bündnis aus Umweltschutzverbänden, Radclub ADFC und Attac am Wochenende zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief fordern sie die neue Bundestagsabgeordnete für den Kreis Groß-Gerau, Melanie Wegling (SPD), dazu auf, ihr Amt und ihren Einfluss geltend zu machen, um die dieser Tage beginnende Planung zur Erweiterung der A 60 und A 67 von vier auf sechs Fahrspuren sofort zu stoppen. Dies seien „katastrophale Pläne für ein Land und seine neue Regierung, die sich im Kampf ums Erreichen der überlebenswichtigen Klimaziele befindet“.

Laut Bundesverkehrswegeplan 2030 soll die A 67 zwischen Mönchhof-Dreieck im Norden und Lorsch im Süden auf 42,7 Kilometern und die A 60 auf 9,4 Kilometern zwischen Mainspitz-Dreieck im Westen und Rüsselsheimer Dreieck im Osten sechsspurig ausgebaut werden.

Bei einer Verbreiterung von angenommenen zehn Metern bewirke dies eine Zerstörung und Flächenversiegelung von 52 Hektar Land oder Wald, zum Teil mit Schutz-Status, heißt es in dem offenen Brief. Dies schränke den Lebensraum der dort lebenden Tiere weiter ein, der positive Einfluss dieser Naturflächen auf Klima und Naherholung gingen für immer verloren, sind sich die Unterzeichner des Briefes sicher. Der Bau erfordere Hunderttausende Tonnen Beton und Asphalt, für deren Herstellung Tausende Tonnen klimaschädliches CO2 freigesetzt würden. Dazu kämen Kosten von mehr als 700 Mio Euro.

Und das alles nur, um noch mehr Fahrzeuge anzuziehen, um noch mehr Waren hin und her zu fahren oder noch mehr Pendler:innen von A nach B zu bringen. „Und das in einer Zeit, in der sich der Individualverkehr durch veränderte Arbeitsbedingungen wie Homeoffice sowie vermehrte ÖPNV-Nutzung verringern wird und der Güterverkehr auf das Notwendige reduziert und auf die Schiene gebracht werden muss.“

Das Geld solle stattdessen „für sinnvolle, klimaschonende und -förderliche Projekte oder Maßnahmen ausgegeben werden“, lautet die Forderung.

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