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Neue Autobahnrampe am Mönchhof-Dreieck

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Von: Annette Schlegl

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Begehung am Tag vor der Straßenfreigabe: die neue Verbindungsrampe von der A3 zur A67.
Begehung am Tag vor der Straßenfreigabe: die neue Verbindungsrampe von der A3 zur A67. © Renate Hoyer

Nach drei Jahren Bauzeit fließt jetzt am Mönchhof-Dreieck der Verkehr auf der neu erstellten Verbindungsrampe von der A3 auf die A67. Die alte Trasse wird mit Kiefern bepflanzt.

Drei Jahre lang ist am Mönchhof-Dreieck an der Abzweigung von der Autobahn 3 auf die Autobahn 67 gebaut worden. Heute Nacht ist nun die neue Verbindungsrampe von der A3 aus Frankfurt kommend zur A67 in Richtung Rüsselsheim/Darmstadt für den Verkehr freigegeben worden. Damit ist auch die Zeit der Fahrbahnverengungen, geteilten Fahrspuren, Sperrungen und Staus an einem der verkehrsreichsten Autobahndreiecke Hessens vorbei. Mehr als 200 000 Fahrzeuge passieren täglich den Autobahnknoten.

Geschützte Zauneidechse hat sich am alten Brückenbauwerk am Mönchhof-Dreieck angesiedelt

Die neue Verbindungsrampe hat höhere Sicherheitsstandards als das alte Brückenbauwerk – unter anderem verstärkte Stahlschutzplanken an den Seitenrändern, die den Durchbruch eines Lastwagens verhindern können. Der Kurvenradius ist geringer, die Spannweite größer als beim Altbau. Die neue Rampe ist auf sechs Stützen gebaut, die alte Brücke lag auf drei Stützen. Damit ist unter dem Neubau mehr Platz, er ist „durchlässiger für Tiere“, wie sich Simone Jacob, Abteilungsleiterin Naturschutz der Außenstelle Darmstadt der Autobahn GmbH, bei einem Vor-Ort-Termin ausdrückte.

Und Tiere gibt es dort trotz des ständigen Verkehrslärms durchaus: Der Teichfrosch hat unterhalb der alten Rampe in einem alten Versickerungsbecken eine Heimat gefunden. Die europaweit geschützte Zauneidechse hat sich an der Dammböschung im nördlichen Bereich angesiedelt. Die wärmeliebende Art wird zukünftig im Rahmen des naturschutzrechtlichen Ausgleichs zusätzliche Sandflächen erhalten, auf denen sie sich sonnen kann. In der Umgebung tummeln sich auch verschiedene Fledermausarten, für die Fledermauskästen aufgehängt werden sollen.

An der alten Brückentrasse über die A67 werden Kiefern aufgeforstet

Nach dem Rückbau der alten Trasse, die bisher mitten durch einen Wald verlief, wird der südliche Bereich auf 2,6 Hektar Fläche mit Kiefern wiederaufgeforstet. Die Barrierewirkung der ehemaligen Trasse entfällt; es entsteht eine rund neun Hektar große, zusammenhängende Waldfläche, die vorher durch die alte Rampe zerschnitten war.

Die Autobahnbrücke

Die neue Verbindungsrampe zur A67 ist 275 Meter lang und wurde 140 Meter östlich des bisherigen Bauwerks errichtet. Sie ist 2,5 Meter breiter, hat neben zwei Fahrspuren auch einen Standstreifen.

Die alte Brücke war 60 Jahre alt, ihre Nutzungsdauer war erschöpft. Sie musste 2019 schon mit Stahlträgern notverstärkt werden, damit die Betriebserlaubnis aufrechterhalten werden konnte. ann

Unterhalb des Brückenneubaus wurden zwei weitere Versickerungsbecken mit vorgeschalteten Becken gebaut. Dort wird das von der Brücke laufende Regenwasser gereinigt und Öl abgeschieden. Mikroplastik, Reifen- und Bremsabrieb werden aufgenommen, ehe das Wasser wieder dem Grundwasser zugeführt wird.

Neue Spureinteilung bei der Fahrt auf die Autobahn 67

Die neue Verbindungsrampe schafft auf der A67 auch eine neue Spureinteilung: Von Frankfurt kommende Autofahrer:innen müssen sich dort nicht mehr in den aus Wiesbaden zufließenden Verkehr einfädeln, sondern sind jetzt schon automatisch auf den Hauptspuren in Richtung Rüsselsheim unterwegs.

Am Mönchhof-Dreieck liegen mehrere Autobahnrampen übereinander.
Am Mönchhof-Dreieck liegen mehrere Autobahnrampen übereinander. © Renate Hoyer

38,5 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt. Das Geld sei noch nicht ganz verbaut, machte Alexander Pilz, Leiter der Außenstelle Darmstadt der Autobahn GmbH, klar. Abbruch und Rückbau der alten Rampe seien nämlich mit eingepreist. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2023 beginnen. Weil dort drei Fahrbahnen übereinanderliegen, könne das alte Brückenbauwerk nicht konventionell abgebrochen werden, so Pilz. Es müsse angehoben werden, um darunter eine Abbruchwanne auf einem Tragegerüst zu platzieren. Wer auf den darunterliegenden Spuren unterwegs ist, muss dann mit kurzzeitigen Sperrungen rechnen.

Auch am Rüsselsheimer Dreieck werden zwei neue Verbindungsrampen gebaut

Die nächste Baustelle ist schon in Sicht: Im Frühjahr 2023 werden am Rüsselsheimer Dreieck zwei Rampen von Mainz und Darmstadt auf die A67 neu gebaut. Die Baustelle wird für zweieinhalb Jahre eingerichtet. Kosten für die zwei Brücken: insgesamt 60 Millionen Euro.

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