Groß-Gerau

Groß-Gerau: Mehr Strom vom eigenen Dach

  • schließen

Der Kreis Groß-Gerau bietet Solar-Beratung als Anreiz für private Hausbesitzer.

Der Kreis Groß-Gerau will sich stärker als Vorbild in der Energiewende profilieren und hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Zum Beispiel soll bis 2020 der Stromverbrauch gegenüber 2007 um 20 Prozent reduziert werden, und 30 Prozent des Strombedarfs sollen aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Bisher hat man den Stromverbrauch um 11,3 Prozent senken können. Auch bei den kreiseigenen Gebäuden geht man mit gutem Beispiel voran. „Was unsere eigenen Liegenschaften betrifft, sind wir gut aufgestellt“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Grüne) bei der Jahrespressekonferenz des Kreises. Man liege um zwei Drittel über dem, was der Bund vorgebe. Das gehe aus dem aktuellen Energie-Monitoring-Bericht hervor. Beispielsweise verbrauche die Schillerschule in Groß-Gerau, die den Passivhausstandard erfülle, nur 24 Kilowatt pro Quadratmeter, der Bundesdurchschnitt liege bei Schulen mit mehr als 3500 Schülern bei 90 Kilowatt.

Jetzt will man jedoch die Erzeugung von Strom durch Photovoltaikanlagen auch auf Privatdächern mehr ins Gespräch bringen. Dazu hat der Kreis eine Solarkampagne gestartet. Diese beinhaltet eine kostenfreie Beratung von zertifizierten Energieberatern und einen Vororttermin zu möglichen Modernisierungsmaßnahmen für Hausbesitzer. Obwohl man noch nicht groß dafür geworben habe, seien im vergangenen halben Jahr schon 30 Beratungen durchgeführt worden, sagte Walter Astheimer. Die Idee dahinter: Wenn der Kreis dazwischengeschaltet ist, erwecke dies einen seriösen Eindruck, so Astheimer. Den Hausbesitzern soll so die Berührungsangst genommen werden.

Photovoltaikanlagen würden vom Bund zwar nicht mehr in der Höhe gefördert wie noch vor einigen Jahren, dennoch sei die weiterentwickelte Technik inzwischen „wieder interessant“, da man sich wirklich autark machen könne, wirbt Astheimer. Der grüne Kreisbeigeordnete, der sich für eine dezentrale Energiegewinnung einsetzt, sagt: „Wenn man 5000 Dächer dazubekäme, wäre das ein großer Erfolg, der möglich ist.“ Im Kreis gibt es rund 58 000 Privathäuser.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare