Kreis Gross-Gerau

Leben im Denkmal

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Der Kreis hat zum ersten Mal einen Preis vergeben, mit dem Bauherren für ihr Engagement ausgezeichnet werden.

Jochen Herter aus Gernsheim ist Träger des ersten Denkmalschutzpreises des Kreises Groß-Gerau, teilt die Verwaltung mit. Die Jury – der Denkmalbeirat des Landkreises – zeichnete ihn für das Projekt „Altes Kino“ aus.

Das denkmalgeschützte Gebäudes im Stil des Ziegelexpressionismus der 1920er-Jahre, das früher auch als Tanzsaal genutzt wurde, sollte abgerissen werden. Der Vorbesitzer hatten einen Antrag gestellt, den lehnte das Landesamt für Denkmalpflege jedoch ab. In einem Gerichtsverfahren einigten sich die Parteien auf einen möglichen Teilabriss. Das Landesamt für Denkmalpflege stellte in Aussicht, die Planung für eine künftige Nutzung des ehemaligen Kinos zu Wohnzwecken durch einen Architekten zu finanzieren. Das war der Startschuss für Jochen Herter, der das Gebäude vom früheren Eigentümer übernahm. Gemeinsam mit der Denkmalbehörde gelang es ihm, die historische Substanz zu erhalten und das Haus für eine zeitgemäße Nutzung herzurichten. Beispielsweise ist das historische Stahlhängewerk in die Wohnung im Obergeschoss integriert.

Dass es gelungen ist, ein altes Gebäude zu erhalten und zeitgemäß zu nutzen habe die Jury schließlich bewogen, den Preis an Jochen Herter zu vergeben, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung weiter. Insgesamt standen acht Objekte zur Wahl. „Wir wollen das Interesse am und das Engagement von Bürgern für den Denkmalschutz wecken und würdigen“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Grüne). Der mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Preis – gestaffelt in 5000, 3000 und 2000 Euro für den ersten bis dritten Platz – soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden.

Der Jury sei die Entscheidung nicht leicht gefallen, denn alle Wettbewerbsteilnehmer hätten Großartiges geleistet. Auch bei ihnen stünde das Leben im Denkmal im Vordergrund. Der zweite Preis ging an Claudia Macaluso-Wellensiek und Tim Wellensiek. Sie haben die Alte Brauerei in Gernsheim saniert und zu einem Zweifamilienhaus mit gewerblicher Einheit umgebaut.

Den dritten Platz belegt das Fliedner-Haus in Groß-Gerau. Die Geschichte der klösterlichen Anlage am Ende der Straße Am Burggraben geht bis ins frühe Mittelalter zurück. Das Gebäude wurde 2007 an die jetzigen Eigentümer verkauft. Es wird seit seiner Fertigstellung als Einfamilienhaus von Edgar und Charlotte Splitter bewohnt. diu

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