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Die Öko-Modellregion braucht auch die konventionellen Betriebe um ihre Ziele umzusetzen. Hier decken Feldarbeiter bei Büttelborn ein Feld mit Kunststoffplanen ab.

Groß-Gerau/Reichelsheim

Landwirte als Verbündete gewinnen

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Die Ökolandbau-Modellregion-Süd hat ihre Arbeit aufgenommen. Auch konventionell arbeitende Bauern sollen beteiligt werden.

Ein „enormes Potenzial“ für ökologisch erzeugte Lebensmittel sieht Andreas Funken, CDU-Kreisbeigeordneter des Odenwaldkreises für die Öko-Modellregion-Süd. Diese startete jetzt mit einer Auftaktveranstaltung in Reichelsheim, zu der 200 Teilnehmer aus dem Odenwaldkreis, den Kreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie der Stadt Darmstadt kamen.

Ziele der Modellregion sind die Ausweitung der ökologischen Produktion und die Stärkung der Vermarktung. Bei dem Treffen ging es darum, Arbeitsgruppen zu bilden, die sich auf erste konkrete Projekte verständigen, beispielsweise zu den Themen Erzeugung und Verbrauch im Dialog, Partnerschaft Vermarktung, Runder Tisch Ökolandbau sowie Grundwasser und Landwirtschaft. Auch ein Fachbeirat wurde aufgestellt, wie der Kreis Groß-Gerau weiter mitteilte. Dessen Vertreter sollen die Arbeitsgruppen bei der Umsetzung der Ideen beraten.

„Schwerpunkt der Arbeit für den Kreis Groß-Gerau ist das Thema Wasser“, ließ Erster Beigeordneter des Kreises Groß-Gerau, Walter Astheimer (Grüne) laut Mitteilung wissen. „Wenn wir es schaffen, weniger Herbizide und Pestizide einzutragen, ist das gut für die Böden, fürs Grundwasser, für die Landwirtschaft und gut für die Verbraucher.“ Wenn möglichst viele Lebensmittel regional vermarktet würden, sei dies gut fürs Klima. Allerdings könnten man die gesetzten Ziele nur erreichen, wenn man die Landwirtschaft als Verbündeten gewinne.

Hans Trumpfheller, Kreislandwirt des Odenwaldkreises und stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbands Starkenburg, warb dafür, in dem Projekt alle Landwirte mitzunehmen, auch die konventionell produzierenden. Jenen, die auf Öko-Landwirtschaft umstellen wollten, solle die Modellregion helfen. Trumpfheller forderte auch, dass der Handel für regional erzeugte Produkte höhere Preise zahlen oder kleinere Margen in Kauf nehmen solle.

Modellregion

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) hat die Öko-Modellregion 2018 ins Leben gerufen, gemeinsam mit vier weiteren Regionen in Hessen. 

Die Region Süd ist die erste dieser Gebiete, die dieses Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie wird koordiniert von einem beim Landkreis Darmstadt-Dieburg angesiedelten Projektteam. 

Von den rund 1250 Landwirtschaftsbetrieb in der Region sind gut sieben Prozent bereits Bio-Betriebe.

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