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Möglichst wenig Kontakt: Ein Abstrich wird am „Corona-Drive-in“ an der Kreisklinik in Groß-Gerau genommen.

Groß-Gerau

Corona-Hotspot: Kreis Groß-Gerau verschärft Beschränkungen

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Die Kreisverwaltung in Groß-Gerau reagiert mit einer weiteren Verfügung auf die steigenden Corona-Infektionszahlen. Der Kreis hat inzwischen die höchste von fünf Warnstufen erreicht. Landrat Thomas Will (SPD) und Vize-Landrat Walter Astheimer (Grüne) sprechen von einer „alarmierenden Lage“.

  • Kreis Groß-Gerau verfügt Sperrstunde in Gaststätten und Verkaufsverbot von Alkohol
  • Maximal zehn Personen bei Treffen in der Öffentlichkeit und bei privaten Feiern erlaubt
  • Von Montag (19. Oktober) an gilt in den Schulen des Kreises eine Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse 5

Angesichts weiter deutlich steigender Corona-Infektionszahlen schränkt der Kreis Groß-Gerau mit neuen Allgemeinverfügungen die Versammlungsfreiheit weiter ein und reglementiert den Schulunterricht. Die Verfügungen orientieren sich an den Vorgaben der Bund-Länder-Konferenz und beinhalten Eckpunkte, auf die sich Städte und Landkreise in der Rhein-Main-Region verständigt haben. Die Verfügungen des Kreises gelten zunächst bis zum 1. November 24 Uhr. Eine Verlängerung bleibt vorbehalten.

Corona-Hotspot: Kreis Groß-Gerau überschreitet höchste Warnstufe

Für den Kreis, in dem bereits die höchste Warnstufe von 75 Fällen überschritten worden ist und in dem die Zahlen der Coronavirus-Infektionen einen neuen Höchststand erreicht haben, meldete das Robert-Koch-Institut in Berlin am Samstag, 17. Oktober, eine Sieben-Tage-Inzidenz von 89,2 bei 1537 bislang registrierten Corona-Infektionsfällen. Das waren 49 Fälle mehr als noch am Freitag.

Laut einer aktuellen Auflistung der Kreisverwaltung waren am Samstag 354 Menschen im Kreis Groß-Gerau mit dem Coronavirus infiziert von denen sich 341 in häuslicher Quarantäne befanden. 112 Infizierte gibt es derzeit in der Stadt Rüsselsheim, 53 in Mörfelden-Walldorf und 49 in der Kreisstadt Groß-Gerau. 1165 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, gelten inzwischen wieder als genesen. Seit Beginn der Pandemie sind im Kreis Groß-Gerau 18 Menschen gestorben, bei denen zuvor eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden war.

Kreis Groß-Gerau schränkt soziales und öffentliches Leben weiter ein

Private Zusammenkünfte und Feiern sind seit Samstag, 17. Oktober, im öffentlichen und privaten Raum auf maximal zehn Personen beschränkt. Für den privaten Raum empfiehlt der Kreis dringend, die Anzahl der Hausstände auf höchstens zwei zu beschränken.

Um zu vermeiden, dass sich vor und nach standesamtlichen Trauungen größere Personengruppen treffen und anschließend gemeinsam feiern, beschränkt die Stadt Rüsselsheim bei Trauungen die Zahl der Personen ebenfalls auf zehn Personen. Neben dem Paar können einer Trauung folglich nun nur noch acht Gäste teilnehmen.

Veranstaltungen und Kulturangebote begrenzt der Kreis auf maximal 100 Personen. In den Hygienekonzepten ist zu beachten, dass außer auf dem eigenen Sitzplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss.

Corona-Hotspot Kreis Groß-Gerau: Sperrzeit ab 23 Uhr

Für das Gaststättengewerbe hat der Kreis Groß-Gerau ab 23 Uhr eine Sperrzeit festgesetzt. Weiterhin gilt, dass Gäste in den Gaststätten beim Betreten und Verlassen und beim Weg auf die Toilette eine Mund-Nasenbedeckung tragen müssen. 

Untersagt wird außerdem die Außenabgabe von Alkohol in der Zeit zwischen 23 und 6 Uhr.

Corona im Kreis Groß-Gerau: Maskenpflicht ab Klasse 5 und kein Schulsport

Der Kreis hat zudem eine Allgemeinverfügung für den schulischen Bereich erlassen. So gilt vom kommenden Montag, 19. Oktober, an ab der fünften Klasse in den Schulen im Kreis Groß-Gerau eine Maskenpflicht im Präsenzunterricht. Außerdem hat der Kreis für den Schulsport ein Verbot in geschlossenen Räumen verfügt.

Regelungen zum Profi- und Breitensport im Corona-Hotspot Kreis Groß-Gerau

Der Sportbetrieb wird ebenfalls reglementiert: Für den Wettkampfbetrieb des Profi- und Spitzensports wird kein Publikum zugelassen. Im Breiten- und Freizeitsport sind im Freien 100 Zuschauerinnen und Zuschauer erlaubt, in den Hallen wegen der erhöhten Aerosolbildung durch den Sport nur 50 Personen. Gleichwohl geht der Appell noch weiter: Der Kreis empfiehlt, auch im Breiten- und Freizeitsport auf Publikum komplett zu verzichten.

Corona in Hessen: Land verschärft und verlängert Verordnungen

Das Land Hessen hat unterdessen seine Verordnungen bis zum 31. Januar 2021 verlängert. Vorgeschrieben wird das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen während des Aufenthalts auf Bahnsteigen und an Haltestellen.

Gemäß den aktuellen Bestimmungen dürfen Gastronome vom kommenden Montag, 19. Oktober, an Gäste nach dem Personalausweis fragen, um die Plausibilität von Angaben auf den Gästelisten zu überprüfen. Auch Menschen, die körpernahe Dienstleistungen erbringen, wie etwa Betreiberinnen und Betreiber von Nagelstudios oder Friseursolons müssen künftig Kontaktdaten erfassen.

Weitere Informationen: Die Verordnungen und Allgemeinverfügungen stehen im Wortlaut auf der Internetseite des Landes Hessen und der Homepage des Kreises Groß-Gerau zur Verfügung.

Corona in Groß-Gerau: Kreis ordnet Masken im Unterricht ab Klasse 5 an

Erstmeldung vom Dienstag, 13. Oktober, 19:46 Uhr: Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus im Landkreis zu verhindern, dürfen sich höchstens 25 Menschen privat treffen. Das hatte der Kreis bereits am 30. September angeordnet.

Corona-Krise in Groß-Gerau: Auch Feiern im Freien nur noch mit beschränkter Personenzahl

Im Freien wird die Zahl von diesem Mittwoch an nun auf maximal 50 Personen beschränkt. Bislang galt eine Höchstzahl von 100 Personen. Bei öffentlichen und kulturellen Zusammenkünften und Veranstaltungen muss zudem eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Auch für den sportlichen Trainings- und Wettkampfbetrieb gilt nun eine Obergrenze von 50 Zuschauern in geschlossenen Räumen beziehungsweise 100 Zuschauern im Freien sowie die Maskenpflicht.

Corona-Krise in Gaststätten: Masken tragen ist Pflicht

In Gaststätten und Übernachtungsbetrieben müssen Gäste beim Betreten und Verlassen, in den Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen wie Toiletten oder Wellnessbereichen ebenfalls Masken tragen. Die Allgemeinverfügung gilt vorerst bis zum 1. November.

Ab Montag, 19. Oktober, dem ersten Schultag nach den Herbstferien, gilt zudem in allen Schulen des Kreises ab der Jahrgangsstufe 5 eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung während des Unterrichts. Die Maskenpflicht gilt auch in den Schulkantinen außer beim Sitzen und Essen.

Seit Sonntag, 18. Oktober, überschreitet der Kreis die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Landrat Thomas Will (SPD) und Vize-Landrat Walter Astheimer (Grüne) gehen zudem von weiter steigenden Infektionszahlen aus. Die Lage sei „alarmierend, weil sich das Virus so schnell ausbreitet“.

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