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Kreis Groß-Gerau: Forschungsprojekt will neue Wege für Pendlerverkehr finden

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Von: Claudia Kabel

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Auf der Friedberger Landstraße stadteinwärts stehen die Pendler:innen in ihren Autos im Stau – wie an fast jedem Morgen.
Auf der Friedberger Landstraße stadteinwärts stehen die Pendler:innen in ihren Autos im Stau – wie an fast jedem Morgen. © Rolf Oeser

Im Kreis Groß-Gerau werden Freiwillige für ein Mobilitätsexperiment gesucht: Sechs Monate sollen sie auf ihr Auto für die Fahrt zum Job verzichten. Es werden Alternativen geboten.

Stau, Stress und Parkplatzsuche gehören zum Alltag vieler Menschen, die regelmäßig zur Arbeit pendeln. Das Pendleraufkommen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen. Allein in der Region Frankfurt Rhein-Main fahren täglich mehr als eine halbe Million Menschen überwiegend mit dem Auto zur Arbeit, wie der Kreis Groß-Gerau mitteilte.

In einem Forschungsprojekt unter Leitung des Frankfurter Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) soll nun im Kreis Groß-Gerau und im Hochtaunuskreis herausgefunden werden, wie der Weg zur Arbeit und zur Ausbildung verträglicher gestaltet werden könnte.

Für das Projekt unter dem Titel „Pendellabor“ werden noch Freiwillige aus dem Kreis Groß-Gerau gesucht, die teilnehmen möchten. Voraussetzung ist, dass sie mindestens zweimal pro Woche nach Frankfurt oder in eine angrenzende Kommune pendeln und dafür bisher überwiegend das Auto nutzen. Von Juli bis Dezember bekommen sie die Möglichkeit, Alternativen zu ihrem gewohnten Pendelweg – kostenlos – auszuprobieren.

Dafür sind fünf Optionen angedacht, erläuterte Luca Nitschke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ISOE, der Frankfurter Rundschau.

E-Bike oder Monatsticket

Einige sollen ein RMV-Monatsticket bekommen, anderen wird ein E-Bike und einigen wenigen sogar ein E-Auto zur Verfügung gestellt. Auch bestehe die Möglichkeit, einen Platz im Co-Workingspace in Rüsselsheim oder Bad Homburg zu erhalten, um zu testen, ob man dadurch auf die Fahrt ins Büro verzichten kann.

Außerdem sollen alle Teilnehmenden Hinweise bekommen, „wie sie ihren Pendelweg anders in den Alltag integrieren können“, so Nitschke. Das könnte bedeuten, einen Kindersitz aufs Fahrrad zu montieren oder die Zeit im ÖPNV sinnvoll zu nutzen.

„Wir wollen neue Lösungen entwickeln, die an den Bedürfnissen der Pendlerinnen und Pendler ansetzen und eine nachhaltige Pendelmobilität fördern“, erklärt Projektleiterin und Mobilitätsforscherin Jutta Deffner.

Insgesamt sollen 40 bis 50 Personen teilnehmen, so Nitschke. Melden könne man sich innerhalb der nächsten zwei Wochen. Derzeit gebe es in der Region mehrere Forschungsprojekte zum Pendlerverkehr. Der experimentelle Ansatz des Pendellabors sei allerdings relativ neu.

Das Projekt Pendellabor wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Partner sind das ISOE, die TU Dortmund, die Hochschule Rhein-Main sowie die Stadt Frankfurt und der Regionalverband FrankfurtRheinMain.

Info und Anmeldung zum Pendellabor: www.pendellabor.de/experiment

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