Wer näher an der Schule wohnt, muss für den Bus zahlen. 
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Wer näher an der Schule wohnt, muss für den Bus zahlen. 

Groß-Gerau

Kostenlose Schulbusse in Groß-Gerau

Freien Wähler stellen Antrag auf Gratisfahrten für alle Schüler, der Stadtschulsprecher teilt die Meinung.

Kostenlos zur Schule und zurück. Für einige Schüler ist das Wirklichkeit. Doch wohnen sie zu nah an der Schule, müssen viele für das Schülerticket zahlen: 365 Euro im Jahr. So kann das nicht weitergehen, findet Helmut Kinkel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag in Groß-Gerau. Geht es nach ihm, soll das Ticket bald für alle Schüler kostenlos sein. Und er ist nicht alleine mit dieser Position.

„Schon im Sinne der Gleichberechtigung finde ich es sehr gut, wenn jeder Schüler ein kostenloses Hessenticket bekommen würde“, sagt Stadtschulsprecher Niklas Fitzek. „Jeder sollte die Chance haben, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule zu kommen, egal wie weit weg er wohnt oder wie es um den Geldbeutel der Eltern steht.“ Die bisherige Regelung der Schülertickets ist etwas kompliziert: Wohnt ein Grundschüler mehr als zwei Kilometer von der Schule entfernt, bekommt er ein kostenloses Ticket. Für weiterführende Schulen gelten drei Kilometer. Die Oberstufenschüler sind von der Regelung ausgenommen: Sie müssen, wie alle anderen auch, die zu nahe an ihrer Schule wohnen, zahlen.

Die freien Wähler haben einen Antrag in den Kreistag für die kommende Sitzung am 9. März eingebracht, der kostenlose Tickets für alle Schüler fordert. „Wir glauben, dass die derzeitige Regelung gegen das Grundgesetz verstößt und daher nicht haltbar ist“, sagt Fraktionschef Helmut Kinkel.

Gerade Eltern mit geringem Einkommen könnten sich oft die 365 Euro im Jahr nicht leisten. „Der Zugang zu Bildung muss frei sein.“ Gerade die Grundschulen seien durch die relative Nähe zum Wohnort stark von den gegenwärtigen Regelungen betroffen.

60 Prozent der Grundschüler, schätzt Kinkel, haben kein kostenloses Hessenticket. Gerade dort würde es dann, etwa bei Regen, zum Einsatz von Elterntaxis kommen. „Hier könnten wir entgegenwirken“, ist er überzeugt. Die weiterführenden Schulen haben indes ganz eigene Probleme. „An jeder der Rüsselsheimer Schulen haben wir massive Verkehrsprobleme, insbesondere durch rücksichtslose Autofahrer“, sagt Stadtschulsprecher Fitzek. Gäbe es eine günstige Alternative zu Auto, ließen sich einige Probleme mit einem Schlag lösen, ist er überzeugt. Dazu müsste aber auch die Busflotte verstärkt werden, denn zu Stoßzeiten seien die Busse schon jetzt überfüllt.

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