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Auch beim Gießen ist Vorsicht geboten.

LHKW

Kostenfreie Suche nach Giftstoffen

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Groß-Gerau bietet Analysen von Brunnenwasser an. Das Grundwasser in der Kreisstadt Groß-Gerau ist an einigen Stellen durch Betriebe verunreinigt worden.

Aufgrund der anhaltenden Grundwasserbelastung mit dem organischen Lösungsmittel LHKW aus ehemaligen gewerblichen Nutzungen in Groß-Gerau bieten Stadt und Kreis Hausbesitzern eine kostenfreie Untersuchung ihrer Brunnen an. Betroffen seien bis zu 25 Brunnen, teilte die Kreispressestelle auf Anfrage mit. Bisher habe es auch schon einige Interessenten gegeben.

Die Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt wies gemeinsam mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises darauf hin, dass die Verunreinigungen „keinerlei schädliche Auswirkungen auf die Bevölkerung“ hätten, da das gesamte Stadtgebiet an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen sei. Wenn Grundwasser aus Gartenbrunnen entnommen werde, dürfe es allerdings nicht getrunken werden. Auch solle es nicht zur Gartenbewässerung von Nutzpflanzen genutzt werden. Sträucher, Bäume oder Rasenflächen könnten hingegen bedenkenlos bewässert werden. Betroffen seien vor allem die Innenstadtbereiche, wie Adolf-Göbel-Straße, August-Bebel-Straße, Schulstraße, Burggraben und Oppenheimer Straße.

Laut RP kam es in Groß-Gerau in der Vergangenheit durch industrielle und gewerbliche Tätigkeiten zu Schadstoffeinträgen in das Grundwasser. Während die Altlasten des Hauptverursachers, des früheren Press- und Stanzwerks der Firma Fagro, sowie eines ehemaligen Autohauses an der Frankfurter Straße saniert seien, liefen die Untersuchungen bei einer ehemaligen chemischen Reinigung und einem früheren metallverarbeitenden Betrieb an der Schulstraße noch.

Durch die jahrzehntelange Grundwasserentnahme der Südzucker AG sei die Schadstofffahne breit aufgefächert und heute 1000 Meter lang und bis zu 280 Meter breit. Nachgewiesen wurden Schadstoffe bis in 30 Meter Tiefe. Eine weitere Ausbreitung im Grundwasserabstrom ist laut RP nicht zu erwarten.

In den öffentlichen Fokus war die Grundwasserbelastung gerückt, nachdem ein Grundstückseigentümer im Norden der Kreisstadt auf eigene Kosten das von ihm geförderte Brunnenwasser hatte untersuchen lassen. Ein Analyselabor hatte daraufhin in den Wasserproben eine erhöhte Konzentration von LHKW nachgewiesen.

Informationen zur Kontaminationunter www.kreisgg.de (Suchwort: „Grundwasser“). Brunnenbesitzer können sich unter der Telefonnummer 0 61 52/989-179 an die Untere Wasserbehörde des Kreises Groß-Gerau, Veronika Ahrens, wenden.

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