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Gernsheim: Industriepark soll Greentech-Zentrum werden

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Von: Claudia Kabel

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Bei der Unterzeichnung (von links): Stefan Fandel (Merck), Maximilian Meister (Technische Universität Darmstadt), Enrico Schleiff (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt), Rainer Waldschmidt (HTAI) und Antje Rützel (WI Bank).
Bei der Unterzeichnung (von links): Stefan Fandel (Merck), Maximilian Meister (Technische Universität Darmstadt), Enrico Schleiff (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt), Rainer Waldschmidt (HTAI) und Antje Rützel (WI Bank). © Merck

Frankfurter Goethe-Uni, TU Darmstadt, Merck, WIBank und Landesentwicklungsgesellschaft schließen Vertrag. Hilfe für Start-Ups und Firmen zu Umwelttechnologien.

Gernsheim im Kreis Groß-Gerau soll zu einem Zentrum für Greentech in der Region werden. Am dortigen Merck-Standort wächst der Green-Tech-Park Fluxum. Geplant ist die Ansiedlung von Firmen und Start-ups, die sich mit innovativen und nachhaltigen Themen wie Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft oder künftigen Mobilitätslösungen beschäftigen. Zur Verfügung stehen 26 Hektar unbebauter Fläche.

Um die Gründung von Start-ups aus dem Bereich der Umwelttechnologien zu beschleunigen und kleine und mittelständische Firmen bei der Entwicklung neuer nachhaltiger Lösungen im Bereich der Umwelttechnologien, Chemie, Biotechnologie sowie Material- und Ingenieurwissenschaften zu unterstützen, wurde jetzt eine Betreibergesellschaft für einen sogenannten Accelerator – also Beschleuniger – gegründet. Zu jeweils 20 Prozent beteiligt sind das Darmstädter Pharmaunternehmen Merck, die Technische Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) sowie die landeseigene Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Hessen Trade & Invest GmbH. Das teilte die Firma Merck am Mittwoch mit.

Die beiden Universitäten werden dabei den Transfer von der Wissenschaft in die umwelttechnologische Praxis leisten. Perspektivisch sei eine Zusammenarbeit mit weiteren Hochschulen geplant. Begleitet werde das Vorhaben von einer Arbeitsgruppe, in der auch die hessischen Ministerien für Finanzen, Wirtschaft, Wissenschaft und Digitales mitwirken, hieß es weiter.

Das Land hatte im März angekündigt, das Projekt mit 799 000 Euro und einer anteiligen Mietausfallbürgschaft zu unterstützen. Merck bringt für den Anfangsbetrieb des Accelerator weitere 1,74 Millionen Euro ein. Damit soll zunächst das Personal finanziert und bestehende Gebäude und Laborcontainer bereitgestellt werden, bis ein eigener Neubau für den Accelerator fertig ist. Dieser soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen. Anfang 2025 sei der Betrieb im neuen Gebäude geplant, das Labor-, Technikums- und Büroflächen umfasse, so Merck. Hier sollen die Start-ups bei der technischen und betriebswirtschaftlichen Weiterentwicklung begleitet werden, Partnerschaften zu Investoren und Großunternehmen vermittelt und Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Das Angebot richtet sich auch an schon etablierte Unternehmen.

Auf dem Gelände an der Rheinschleife ist seit 120 Jahren Industrie angesiedelt. 1954 kaufte Merck von der Südzucker AG die Gebäude und das Areal in Gernsheim. Merck produziert dort Farbpigmente für die Automobil- und Kosmetikindustrie. Das Werksgelände ist 92 Hektar groß, wird aber nur zum Teil genutzt.

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