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Sex mit geistig behinderter Frau

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Justitia (Symbolbild).
Justitia (Symbolbild). © FRFOTO

Ein Rüsselsheimer muss sich wegen Sex mit einer geistig behinderten Frau vor Gericht verantworten.

Weil er sich an einer geistig behinderten Frau vergangen haben soll, steht ein 56 Jahre alter Mann aus Rüsselsheim seit Mittwoch vor dem Groß-Gerauer Amtsgericht.

Wie die Staatsanwaltschaft dem Mann vorwirft – und er selbst zugibt – hat er an einer 51 Jahre alten, geistig behinderten Frau aus Worfelden wiederholt sexuelle Handlungen vorgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war er als Fahrer bei den Werkstätten für Behinderte (WfB) Rhein-Main beschäftigt, wo die Frau arbeitet. Der erste Vorfall ereignete sich im Mai während einer Heimfahrt von Mörfelden. Der Angeklagte begann ein Gespräch auf sexueller Ebene und wurde dann in der Wohnung der Frau übergriffig. Vor dem Schöffengericht unter Leitung von Amtsgerichtsdirektor Eisfeld gab er sich reumütig. Er möchte sich bei der Frau entschuldigen, dürfe sich ihr aber nicht nähern, klagte der Angeklagte. „Ich weiß nicht, was ich getan habe“, sagte er. Es sei ihm nicht wirklich klar gewesen, dass die Frau behindert ist, erklärte der Mann. „Sie sagte mir nur, dass sie nicht gut rechnen kann. Und als ich sie im Auto zum ersten Mal angefasst habe, hat es ihr gefallen“, versucht er sich zu verteidigen.

Angeklagter zeigt Reue

Da der Frau ein Auftritt vor Gericht und die Konfrontation erspart bleiben sollte, berichtete eine Kriminalbeamtin über die Vernehmung. Sie sprach davon, dass die geistige Behinderung der Frau für sie deutlich erkennbar gewesen sei. Die Frau habe immerzu geweint, sei sehr ängstlich gewesen und habe gefragt, ob sie nun ins Gefängnis müsse, erklärte die Beamtin.

Richter Eisfeld las aus einem vor der Tat erstellten psychologischen Gutachten vor, das die Frau als „unbekümmert“ beschreibt und ihr eine „leichte Intelligenzminderung“ – eine geistige Behinderung – attestiert.

Beim Gespräch im Auto soll die Frau erklärt haben, außer im Fernsehen noch nie einen nackten Mann gesehen zu haben. Ob die Frau geweint und den Angeklagten aufgefordert habe, aufzuhören, wollte Richter Eisfeld wissen. Geweint habe sie immer erst hinterher, sagte der verheiratete Angeklagte.

Ein Urteil gab es am Mittwoch nicht. Die Staatsanwältin will mit einem neuen Gutachten herausfinden, ob die Frau widerstandsunfähig ist, also in der konkreten Situation nicht „nein“ sagen kann. Sollte das der Fall sein, wäre man „weit weg von einer Bewährungsstrafe“, sagte sie. (eda.)

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