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Sollen genetisch untersucht werden: Gartenschläfer.
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Sollen genetisch untersucht werden: Gartenschläfer.

Kreis Groß-Gerau

Geheimnisvolle Schlafmäuse: BUND stellt Fallrohre auf

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Der BUND stellt Apparaturen zur Untersuchung der Gartenschläfer auf. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht. Warum es sie noch im Rhein-Main-Gebiet gibt, soll jetzt geklärt werden.

In Wiesbaden findet man ihn in Rolllädenkästen, Grillschalen und auf Dachböden: den Gartenschläfer. Andernorts dürften die wenigstens den nachtaktiven Vertreter der Bilche – sie gehören zur Familie der Nagetiere – zu Gesicht bekommen. Er erinnert an eine Maus mit einer schwarzen Zeichnung am Kopf, die an eine Zorro-Maske erinnert.

Im Kreis Groß-Gerau will der Landesverband Hessen des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dem vom Aussterben bedrohten Tier auf die Spur kommen. Dafür wurden jetzt zwei Dormouse-Monitoring-Systeme (Domos) aufgestellt.

Die Apparatur besteht aus Fallrohren, in die das Tier gelockt wird. „Die Tiere klettern auf der Suche nach dem leckeren Köder ins Domos, werden fotografiert, gewogen und bekommen mit Hilfe eines Klebebands eine Haarprobe entnommen, ohne dass sie das bemerken“, sagt Projektkoordinatorin Susanne Steib. So könnten genetische Profile einzelner Individuen erstellt werden, die Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Gruppen zusammenlebender Gartenschläfer geben. Auch könnten Fortpflanzungsaktivitäten und Gewichtsänderungen im Jahresverlauf verfolgt werden. Die Apparaturen stehen in Dornheim in einem Garten und in Wallerstädten in einem Feldgehölz. Allerdings sei bisher noch kein Tier in die Falle gegangen, sagt Steib der Frankfurter Rundschau. Anscheinend sei es ihnen noch zu kalt.

Aus vielen Regionen Europas und Deutschlands ist die Art spurlos verschwunden. In Hessen gibt es den Bilch noch in Wiesbaden, im Main-Taunus-Kreis und im Kreis Groß-Gerau. Die Gründe dafür erforschen der BUND, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit 2018. Bis 2024 sollen eine umfassende Forschung und intensive Schutzmaßnahmen helfen, die kleine Schlafmaus in großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets in Deutschland zu erhalten. Der Gartenschläfer wurde 2020 auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft und ist laut BUND eine sogenannte Verantwortungsart: Da ein großer Teil seines Verbreitungsgebietes in Deutschland liegt, ist die Bundesrepublik für seine Erhaltung verantwortlich. Das Projekt wird vom Bund gefördert.

Die ehrenamtlichen Helfer Franz Kehm und Sabine Knapp betreuen ein Dormouse Monitoring System, um Gartenschläfer zu erforschen.

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