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Die Stadt Groß-Gerau will das Grab von Wilhelm Hammann, der von Israel als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet wurde, pflegen.

Erinnerungskultur

Groß-Gerau: Streit um Grab von Nazi-Widerstandskämpfer findet ein Ende

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Das Grab des ehemaligen Landrats Wilhelm Hammann wird künftig von der Stadt Groß-Gerau gepflegt. Ein strittiger Passus bleibt in der beschlossenen Vorlage erhalten.

  • Auf dem Friedhof in Groß-Gerau muss das Grab von Wilhelm Hammann neu gestaltet werden.
  • Jetzt steht fest, dass die Stadt Groß-Gerau die Grabpflege übernimmt.
  • Wilhelm Hammann rettete im KZ Buchenwald 159 jüdischen Kindern das Leben.

Groß-Gerau – Der Streit um das Grab von Wilhelm Hammann (KPD), erstem Nachkriegslandrat des Kreises Groß-Gerau und Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime, ist beendet. Die Neugestaltung des Grabes hatte zuvor für Streit gesorgt.

Einstimmig beschlossen: Das Grab von Wilhelm Hammann bleibt in den Händen der Stadt Groß-Gerau

Das Grab wird von der Stadt Groß-Gerau gepflegt. Das haben die Stadtverordneten einstimmig beschlossen, obwohl der strittige Passus, es handle sich nicht um eine Grabstelle, sondern nur um einen Grabstein, in der Vorlage erhalten blieb. „Es ist erreicht, was erreicht werden sollte“, sagte Roland Sturm (Linke) der FR. Allerdings wünschten sich verschiedene Gruppen, unter anderem der Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dass am Grab eine Tafel aufgestellt wird, die über Hammann, der im KZ Buchenwald 159 jüdischen Kindern das Leben rettete, informiert. Die Linke plant laut Sturm dazu einen Antrag.

Die Stadt Groß-Gerau will an der Neugestaltung des Grabes von Wilhelm Hammann anknüpfen

Michael Lutz von der Geschichtswerkstatt kündigte an, man werde beobachten, was nach der Fällung der beiden Thuja-Bäume am Grab geschehe und gegebenenfalls in Eigeninitiative den Ort verschönern. Die Stadt will dort laut Beschluss Efeu pflanzen. (Von Claudia Kabel)

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