„Respekt! Kein Platz für Rassismus“ fordert das Plakat am Stadteingang von Groß-Gerau.
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„Respekt! Kein Platz für Rassismus“ fordert das Plakat am Stadteingang von Groß-Gerau.

Kommentar

Gesicht zeigen in Groß-Gerau

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Es macht Mut, dass ein Aktionsbündnis nach einem rassistischen Vorfall Respekt einfordert. Allerdings sollte auch der Groß-Gerauer Bürgermeister das Thema zur Chefsache machen. Der Kommentar.

Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist auch und vor allem eine Aufgabe, der sich Kommunen und Landkreise verstärkt widmen müssen. Dass die maßgebliche Bedrohung von Rechtsaußen kommt, zeigt überdeutlich auch die am Mittwoch vorgelegte Kriminalitätsstatistik und der Jahresbericht zur politisch motivierten Kriminalität.

Das Beispiel einer jungen Frau aus Groß-Gerau, die in ihrer Heimatstadt am helllichten Tag am Rand des belebtesten Platzes der Stadt übel sexistisch und fremdenfeindlich beleidigt und gedemütigt wird, ist beschämend und bestürzend. Empörend ist zudem, dass die junge Frau von vielen Menschen, die Zeugen des rassistischen Übergriffs wurden – also von Passanten, Fahrgästen oder dem Busfahrer – kläglich im Stich gelassen wurde.

Es ist löblich, dass nun Menschen in Groß-Gerau, die sich schon seit Jahren gegen rassistische Übergriffe und rechtsextremistische Umtriebe engagieren, herausgefordert fühlen, Gesicht zeigen und ihre Stimme zu erheben, um Respekt einzufordern. Rassismus kann nur durch Handeln und langfristig angelegte Präventionsarbeit bekämpft werden. Die Aktivitäten des Bündnisses machen Mut und sind ein gutes und hoffnungsvolles Zeichen. Auch dem Groß-Gerauer Bürgermeister Erhard Walther (CDU) stünde es gut zu Gesicht, das Thema zur Chefsache zu machen, persönlich aktiv zu werden und Antwortschreiben nicht zu delegieren.

Gemeinsam gegen Rassismus in Groß-Gerau: Ein Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus wirbt nach dem rassistischen Vorfall an einer Bushaltestelle des Groß-Gerauer Marktplatzes für einen Vorfallmelder und will präventiv handeln.

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