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Gernsheim: Pläne für Erweiterung des Solvadis-Tanklagers liegen aus

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Von: Claudia Kabel

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Der geplante Ausbau des Chemielagers sorgt seit Jahren für Protest.
Der geplante Ausbau des Chemielagers sorgt seit Jahren für Protest. © Sophie Schüler

Bürgerinnen und Bürger können die Unterlagen des umstrittenen Projektes der Firma Solvadis noch bis zum 9. Februar einsehen. SPD-Landtagsabgeordneter Kummer: Baugenehmigung nicht möglich.

„Es wird jetzt ernst“, sagt Gerald Kummer, SPD-Landtagsabgeordneter und Kreistagsmitglied, angesichts des nächsten Schritts zur Erweiterung der Chemieanlage am Gernsheimer Hafen. Die Pläne, dort fünf neue Großtanks nahe der Wohnbebauung zu errichten, sind seit vergangener Woche in der dritten Offenlegung. Das heißt, noch bis 9. Februar können Bürgerinnen und Bürger die Unterlagen entweder in Gernsheim in der Schifferstraße 2 (Anmeldung unter 06157 /30 90 688) oder beim Regierungspräsidium in Darmstadt eingesehen werden. Einwände gegen die Erweiterung können bis zum 9. März eingereicht werden. Der geplante Ausbau des Chemie-Lagers sorgt seit Jahren für Protest bei Anwohnerinnen und Anwohnern und auch bei der Kommune. Erst im Juli 2021 war es zu einem Störfall gekommen, bei dem Flüssigkeit ausgelaufen war.

Das Unternehmen habe danach „weitergehende Lösungen umgesetzt, die künftig eine schnellere Detektion des Austritts von Flüssigkeiten erlauben“ sollen, teilte jetzt das Umweltministerium auf Anfrage von Kummer mit. Bereits zuvor habe die Betreiberin, Solvadis Distribution, für den Fall des Austritts von Flüssigkeiten verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel Auffangwannen, ergriffen. Der Landesregierung würden keine Anhaltspunkte vorliegen, dass der Betreiber nicht in der Lage und befähigt sei, eine solche Anlage jetzt schon zu betreiben. Abgeordneter Kummer sieht indes „auf Basis der geltenden Gesetze keine Möglichkeit, dieses Bauvorhaben zu genehmigen.“ Auch die Bauaufsicht des Kreises hat bereits kritisch Stellung zu dem Vorhaben bezogen. Laut RP ist die Erweiterung des Tankfelds um Tanks mit einer maximalen Kapazität von 12.500 Kubikmeter geplant. Gelagert werden dort unter anderem brennbare Stoffe.

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