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Teile der Band: Hajo Zitzkowski, Alfred Heupt und Helmut Jonke (von links).

Groß-Gerau

Blues im Blut

Fünf Musiker aus der Region gründen die Formation Blues Alley, die mit Rock, Swing und Blues ihr Publikum unterhalten.

Wenn Alfred Heupt sich ans Piano setzt, taucht er ein in die Welt des Blues. Wenige Takte nur, dazu Fingerschnipsen von Bassist Hajo Zitzkowski und eine Melodie gesummt von Helmut Jonke mit der Batschkappe – schon ist das Lebensgefühl des Musikstils da.

Der Blues ist das Lebenselixier der drei Männer. „Mer speele de Blues, so schwarz wie Latweje“, stimmt Heupt den legendären Ried-Blues an, der die sonore Klangfarbe seiner Stimme treffend beschreibt. „Wenn du einmal infiziert bist, lässt der Blues dich nicht mehr los.“

Mit 14 Jahren spielte er im Jugendzentrum Groß-Gerau das erste Mal vor Publikum Posaune, in zahlreichen Formationen hat er seitdem mit Blasinstrument, Klavier und vor allem mit seiner tiefen Stimme beeindruckt. Dieses Jahr feiert der Vollblutjazzer, der auch bei En Haufe Leit mitwirkt, sein 50. Bühnenjubiläum.

Eigene Kompositionen

„2008 bin ich in Rente gegangen, jetzt habe ich wieder mehr Zeit für den Blues“, erzählt Heupt, der Jahrzehnte in der Verwaltung tätig war. Musik machte er ebenso wie seine Freunde stets semiprofessionell. „Für den Schritt, hauptberuflich Musik zu machen, fehlte uns das Fitzelchen Mut.“ Doch zieht sich das Musizieren wie ein roter Faden durchs Leben der Männer, die sich im Januar 2010 zur neuen Formation zusammengeschlossen haben. Rock, Swing und Blues ist das, was sie miteinander ausleben.

Neben Heupt aus Büttelborn, Bassist Hajo Zitzkowski (60) aus Walldorf sowie Schlagzeuger und Sänger Helmut Jonke (55) aus Groß-Gerau gehören der Wiesbadener Gitarrist Uli Schönhaber (59) und Robert Allen Carey, genannt Bob aus Schwalbach als Saxofonist dazu. Blues Alley nennen sie ihre Formation, was die schummrige Avenue der halbseidenen Geschäfte, der Lebenskünstler und leichten Mädchen umschreibe.

2010 sei man in der Region bereits sieben Mal aufgetreten, rechnet „Al Cee“ alias Alfred Heupt nach. Wenn die Männer zu den Instrumenten greifen, gelingt ein zeitlos intensiver Sound, die Melancholie und auch das Lebensbejahende des Blues kommen leidenschaftlich rüber.

Hajo Zitzkowski, der als Bassist „das Fundament vorgibt, auf dem die anderen tanzen“, sagt: „Man kann ein Lied einwandfrei spielen, aber es braucht den Kick und dann erst bist du drin, bist eins mit der Musik, reißt das Publikum mit.“

Noch einmal setzt er sich ans Piano, die anderen gehen mit: Frank Sinatras „Sunny Side of the Street“ füllt den Raum. Der Bassist schließt die Augen: „Wenn ich spiele, bin ich weg – früher habe ich mich an die Noten geklemmt, heute trägt mich der Sound.“ Auf vier Saiten grundiert er Songs von Fats Domino, Ray Charles oder den mitreißenden Choo Choo Ch’Boogie von Louis Jordan.

Auch Songs, die Alfred Heupt getextet und komponiert hat, gehören ins Repertoire. Helmut Jonke, der mit Swing, Dixieland und Blues weltweit herumgekommen und Ehrenbürger der Stadt Louisville in Kentucky ist, erklärt: „Die Basis des Blues ist simpel, sie mit Leben zu füllen, ist Kunst.“ (lot)

Live zu erleben sind Blues Alley am Freitag, 14. Januar, ab 21 Uhr im Gerauer Stübchen, Mainzer Straße 3.

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