Groß-Gerau

Jung hat die Nase vorn

Spannender ging es nicht als im Wahlkreis 184, wo sich die Direktkandidaten Gerold Reichenbach (SPD) und Franz Josef Jung (CDU) bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten.

Tatort Groß-Gerauer Landratsamt am Sonntagabend: Spannender ging es nicht als im Wahlkreis 184, wo sich die Direktkandidaten Gerold Reichenbach (SPD) und Franz Josef Jung (CDU) bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten.

Dann fehlte das Ergebnis aus dem letzten der 218 Wahlbezirke: In Nauheim gab es beim Auszählen eine Diskrepanz zwischen Erst- und Zweitstimmen, so dass dort nachgezählt werden musste und auch um 22 Uhr noch kein vorläufiges Endergebnis aus dem Kreis Groß-Gerau vorlag.

Aber schon beim Verkünden des Ergebnisses aus dem vorletzten Wahlbezirk aus Raunheim fingen die CDU-Anhänger an zu klatschen und dem mittlerweile im Landratsamt eingetroffenen Bundesverteidigungsminister Jung zu gratulieren: Eigentlich konnte da schon nichts mehr schief gehen. Jung lag in diesem Moment mit 36,3 zu 36 Prozent bei den Erststimmen vorn. Das bedeutete in Stimmen: Für Jung stimmten 45.120 Wahlberechtigte, für Reichenbach 44.738.

Lange Zeit hatten Reichenbach und Jung gleichauf gelegen. Das erste Patt gab es nach dem Auszählen von 142 der 218 Wahlbezirke: beide hatte da 36,3 Prozent der Erststimmen erhalten. Nach 167 Bezirken lag erstmals Reichenbach vorn, ehe sich kurz vor Schluss das Blatt wieder wendete. Spannung pur, entsprechend ruhig war es im Landratsamt bei den Parteifreunden und Bürgern, die sich über das Ergebnis informieren wollten. Eifrig debattierten die Grüppchen über die verschiedenen Möglichkeiten und über den Bundestrend.

Im Vergleich zu diesem schnitt die SPD im Kreis Groß-Gerau relativ gut ab, verlor gegenüber der Bundestagswahl 2005 allerdings, wie überall, kräftig an Stimmen. Wäre es nach den Gernsheimern gegangen, die als erste ihr Ergebnis lieferten, hätten die Beobachter der Wahl nicht so lange aufs Ergebnis warten müssen: Dort siegte Jung bei den Erststimmen mit 46,1 Prozent vor Reichenbach (26,5). Bei den Zweitstimmen lag die CDU ebenfalls vorn (36,7), gefolgt von der SPD mit 20,7 Prozent und der FDP (18,3), die überall entsprechend dem Bundestrend Gewinne verzeichnete. Auch die Grünen verbesserten ihr Ergebnis vielerorts, zum Beispiel in Groß-Gerau, wo Andrea Graf 8,9 Prozent der Erststimmen einfuhr und sie 12,5 Prozent der Zweitstimmen erhielten. In der Kreisstadt landete die CDU bei Erst- wie Zweitstimmen mehr als ein Prozent vor der SPD.

In der zweitgrößten Stadt des Kreises, Mörfelden-Walldorf, siegte Reichenbach hauchdünn vor Jung (34,3 zu 34 Prozent), bei den Zweitstimmen sah das Verhältnis jedoch genau umgekehrt aus: 26,8 zu 25,7 Prozent für die CDU. FDP und Grüne landeten dort fast gleichauf - im mittleren zweistelligen Bereich. (amt)

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