Groß-Gerau

In jedem Fall mehr Verkehr

Parteien sehen Handlungsbedarf: Egal ob Rewe-Lager oder eine andere Nutzung auf Südzucker-Areal - Groß-Gerau braucht neue Arbeitsplätze.

Nach dem Verschwinden der Arbeitsplätze bei den Unternehmen Südzucker und Fagro braucht Groß-Gerau neue Stellen. Das betont die CDU-Fraktion im Stadtparlament in einer Mitteilung. Sie reagiert damit auf die Bürgerversammlung zur geplanten Ansiedlung des Rewe-Logistikzentrums auf dem ehemaligen Südzucker-Gelände. Anwohner hatten hierbei vor allem ihre Sorge um zusätzliche Lärm- und Schadstoffbelastung durch steigenden Lastwagenverkehr geäußert.

Die Befürchtungen der Bürger, die in der Versammlung zur Sprache kamen, seien zwar verständlich. Bevor nicht alle Fakten auf dem Tisch lägen, könne man die Ansiedlung der Rewe-Gruppe jedoch "nicht in Bausch und Bogen ablehnen", meint Fraktionsvorsitzender Joachim Hartmann.

"Wir müssen dafür sorgen, dass die Infrastruktur in Groß-Gerau den Erfordernissen angepasst wird, nicht umgekehrt die Entwicklungsmöglichkeiten den Gegebenheiten." Der Verkehr auf dem Nordring werde mit jeder Entwicklung auf dem Südzucker-Gelände zunehmen. Daher befürwortet die CDU die Suche nach Möglichkeiten, die Autobahnausfahrt Nord in Richtung Heegbachsee zu verlegen.

Arbeitsplätze sehr wichtig

Auch der Fraktionsvorsitzende der Kommunalen Bürgerinteressengemeinschaft (Kombi), Karlheinz Wamser, schreibt in einer Stellungnahme, die Stadt Groß-Gerau werde nicht umhin kommen, mit Bund, Land und Kreis über einen veränderten Autobahnanschluss nachzudenken.

Die Arbeitsplätze seien wichtig, zumal die Groß-Gerauer keine Garantie hätten, dass bei einer Vergabe des Geländes an kleinere Betriebe "nicht am Ende genauso viel Verkehr oder eventuell auch mehr rund um die Stadt zu finden ist". Immerhin sei die Kommune nicht Eigentümerin des 27 Hektar großen Geländes.

Die FDP steht dem Rewe-Zentrallager grundsätzlich positiv gegenüber. Die FDP-Ortsvorsitzende und Stadtverordnete Eva-Maria Finck-Hanebuth verweist auf den Luxus, so schnell eine sinnvolle Folgenutzung für das Südzucker-Areal gefunden zu haben.

Die Auswirkungen auf Verkehr und Lärm müssten zwar genau geprüft werden, dem Projekt müsse aber unvoreingenommen begegnet werden. Die Bürgerinitiative Zukunft GG hatte Bürgermeister Stefan Sauer (CDU) vergangene Woche 911 Unterschriften gegen die Ansiedlung des Logistikzentrums überreicht. Die Grünen fordern, die Verhandlungen mit Rewe einzustellen. (en)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare